{"id":14526,"date":"2016-02-12T08:49:38","date_gmt":"2016-02-12T07:49:38","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/04\/12\/manfred-osenberg-packt-aus-skandal-um-osi\/"},"modified":"2022-01-31T17:26:12","modified_gmt":"2022-01-31T16:26:12","slug":"manfred-osenberg-packt-aus-skandal-um-osi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/02\/12\/manfred-osenberg-packt-aus-skandal-um-osi\/","title":{"rendered":"Manfred Osenberg packt aus: \u201eSkandal um Osi\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der bergischen Sport-Szene ist er bekannt wie ein bunter Hund. Getoppt wird er &#8211; was den Bekanntheitsgrad angeht &#8211; h\u00f6chstens noch WSV-Held G\u00fcnter \u201eMeister\u201c Pr\u00f6pper. Seit 50 Jahren ist Manfred Osenberg, genannt \u201eOsi\u201c, als Sportjournalist unterwegs, seit 45 Jahren leitet er als Vorsitzender den Verein Bergische Sportpresse (VBS). Und jetzt packt er aus. \u201eSkandal um Osi\u201c hei\u00dft sein Buch, in dem er eher Skand\u00e4lchen rund um den Wuppertaler Sport ans Licht f\u00f6rdert. Kein investigatives Enth\u00fcllungs-Buch \u00e1 la G\u00fcnter Wallraff, aber ein Buch mit vielen netten Geschichten zum Schmunzeln und tollen Fotos als Zeit-Dokumente. Peter Pionke unterhielt sich mit der Sportjournalisten.<\/p>\n<p><strong>DS: \u201eSkandal um Osi\u201c &#8211; der Titel Ihres Buches macht neugierig. Wie sehr haben Sie einzelne Reaktionen \u00fcberrascht?<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Osenberg: \u201eEs gab viele Reaktionen, nur positive. Nat\u00fcrlich bekommt man in 50 Jahren als Sportreporter eine ganze Menge mit. Nicht nur auf, vielmehr neben dem Sportplatz. Meine langj\u00e4hrige Kolumne im General-Anzeiger, die \u201eDritte Halbzeit\u201c, war neben den Tabellen jeden Montag der meist gelesene Artikel. Damals ging an den Wochenenden im Tal noch die Post ab. Dabei spielten die Fu\u00dfballer die Hauptrolle. Abges\u00e4gte Torpfosten. Schl\u00e4gereien. Da gab es Kicker, die von ihrer Ehefrau auf dem Fu\u00dfballplatz geohrfeigt wurden oder die mit dem Motorrad nur mal eben Zigaretten holen wollten und nicht mehr wiederkamen&#8230;&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Der Titel \u201eSkandal um Osi\u201c ist ja ein h\u00fcbsches Wortspiel. Gemeint sind ja wohl Skandale, die um Sie herum passiert sind?<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Osenberg: \u201eEs gab ja nicht wenige Fu\u00dfballer im Tal, die sogar vor Gericht gestanden haben. Sogar Raub\u00fcberf\u00e4lle auf die Gesch\u00e4ftsstelle des eigenen Vereins gab es. Und die Verurteilten haben wir im Knast besucht und gegen sie auf dem Gef\u00e4ngnishof Fu\u00dfball gespielt. Miterlebt habe ich auch Spielerpass-F\u00e4lschungen, zum Beispiel den einer vollst\u00e4ndigen Wuppertaler Kreisauswahl. Die Jungs wurden j\u00fcnger gemacht, damit sie beim super besetzten Turnier in Frankreich teilnehmen konnten. Der Jugendleiter wurde gesperrt. Aber ein Jahr sp\u00e4ter bin ich dann mit der A-Jugend der SG Langerfeld wieder nach Cannes gefahren. Da sind wir dann auch mit einem \u00e4lteren Kicker angetreten, um gegen die Meister aus Italien, Spanien und Frankreich eine Chance zu haben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: In Ihrem Buch gibt es viele Episoden und Fotos rund um den Jugend- und Amateurfu\u00dfball. Wie kamen Sie zum Fu\u00dfball?<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Osenberg: \u201eBei mir pers\u00f6nlich spielt der Fu\u00dfball seit 1954 eine Hauptrolle. Deutschland war sensationell erstmals Weltmeister geworden. Auf den Wuppertaler Stra\u00dfen kickten die Jungs. Einige Achtj\u00e4hrige trafen sich in Langerfeld auf einem kleinen Hinterhof. Zwei Ziegelsteine bildeten die Torpfosten, die Teppichstange die Torlatte. Darunter hechtete ein Knirps, dessen Mutter ein paar H\u00e4user weiter Regenschirme reparierte. Schon damals war beim kleinen Ulrich Gelhard, der sp\u00e4ter mein Trauzeuge wurde, das Torwarttalent zu erkennen. Von zehn Elfern von mir parierte Ulli sieben. Unter der Teppichstange wurde der Grundstein gelegt f\u00fcr eine gro\u00dfe Torh\u00fcter-Karriere. Er spielte auch f\u00fcr den WSV in der Bundesliga.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind vor 45 Jahren zum 1. Vorsitzenden VBS gew\u00e4hlt worden. Welche Erinnerungen haben Sie noch an 1972?<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Osenberg: Die besten. 1972 hat mir eine junge Dame aus Heidelberg in M\u00fcnchen das Fr\u00fchst\u00fcck gebracht, die sp\u00e4ter K\u00f6nigin von Schweden wurde. Ich war damals der erste Sportjournalist, der im noch nicht ganz fertigen olympischen Dorf wohnen durfte. Ich habe bei den Deutschen Meisterschaften der Schwimmer und Kanuten auch \u00fcber die damals noch sehr erfolgreichen Wuppertaler berichten k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich kommen deshalb in meinem Buch neben Stories \u00fcber WSV-Helden und Amateurkicker auch andere Meistersportler aus dem Tal nicht zu kurz.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gab es neben Schulterklopfen auch Kritik?<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Osenberg: \u201eBis jetzt noch nicht. Lob gab es von vielen Kollegen. Das besagt schon einiges. Viele Kollegen und Bekannte wurden \u00fcberrascht, dass ich zum Beispiel schon vier Mal dem Tod ins Auge geschaut habe. Ich gebe zu, dass ich in meinem nun 70 Lebensjahren viel, viel Gl\u00fcck gehabt habe &#8211; beruflich wie auch privat. Ich bin stolz auf f\u00fcnf gesunde Kinder und dass ich als Sportreporter viele wunderbare Menschen wie z.B. meinen Freund Bernd Bigge kennengelernt habe.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie viel \u00dcberwindung hat es Sie gekostet, dieses Titelbild auszuw\u00e4hlen?<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Osenberg: \u201eDas war die Idee meines \u00e4ltesten Sohnes J\u00f6rn. Der hat das Foto in unserem Archiv gefunden. Es ist rund 50 Jahre alt. Es entstand, als wir f\u00fcr die AOK eine Gesundheits-Reportage gemacht haben und diese dicke Brille auf einem Tisch lag. Aber eigentlich habe ich keinen Hang zur H\u00e4sslichkeit&#8230; Und ich gebe zu, dass meine Ehefrau und einige Freunde entsetzt waren, als sie das Titelbild erstmals sahen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Aus Ihrem Blickwinkel: Wie hat sich der Sportjournalismus in den letzten 15 Jahren ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Osenberg: \u201eEnorm. Zahlreiche Kollegen haben ihre Jobs verloren. Fr\u00fcher, als es noch keine Laptops gab, war die Arbeit schwerer. Nur ein Beispiel: Im Herbst 1973, als ich f\u00fcr die Agenturen, den Kicker und den GA \u00fcber das UEFA-Cupspiel des WSV in Polen berichten musste, habe ich Blut und Wasser geschwitzt, weil die vor dem Spiel in Chorzow beantragten Telefonleitungen gesperrt waren. Auf der anderen Seite war es fr\u00fcher viel leichter an die Spieler heranzukommen. Ich konnte in der Umkleidekabine meine Interviews machen, ohne von Trainer Buhtz rausgeschmissen zu werden.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ist dieses Buch als Art Verm\u00e4chtnis Ihres beruflichen Schaffens zu verstehen \u2013 oder kommt da noch etwas nach?<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Osenberg: \u201eEigentlich war es als Jubil\u00e4umsbuch des 50 Jahre alt gewordenen VBS gedacht. Ich bin stolz auf diesen Verein, der mir pers\u00f6nlich neben meinem ehrenamtlichen Engagement in mehreren Vereinen und Verb\u00e4nden vieles gegeben hat. Ob noch was nachkommt? Gut m\u00f6glich. Nach der Herausgabe des Buches sind mir noch viele Geschichten und Skand\u00e4lchen eingefallen, die ich schon vergessen hatte.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ist Ihr momentaner Aufenthalt auf der Insel Wangerooge eine Art Flucht vor nicht ganz so freundlichen Reaktionen?<\/strong><\/p>\n<p>Manfred Osenberg: \u201eVon Flucht kann keine Rede sein. Meine Familie ist vor genau 25 Jahren in unser Ferienhaus direkt am Deich eingezogen. Dort lebe und arbeite ich rund f\u00fcnf Monate im Jahr, schreibe B\u00fccher \u00fcber die Nordsee und die auf der Insel lebenden Leute, gebe das Magazin \u201eMoin von Wangerooge\u201c heraus und habe vormittags immer noch Zeit f\u00fcr die im Bergischen Land erscheinenden Zeitschriften \u201aFu\u00dfball-Report\u2018 und \u201aMatchball\u2018, bevor ich mit Spazierg\u00e4ngen am herrlichen Strand neue Kraft tanke! So sieht Gl\u00fcck aus. Aber ohne meine gro\u00dfe Familie w\u00e4re mein vielseitiges Leben nicht m\u00f6glich.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manfred Osenberg packt aus: \u201eSkandal um Osi\u201c. Der bekannte und beliebte Sportjournalist ver\u00f6ffentlichte ein vielbeachtetes Buch.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":14524,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[3933,4182,4149,4150],"class_list":["post-14526","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport","tag-manfred-osenberg","tag-osi","tag-vbs","tag-verein-bergische-sportpresse"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-09 12:05:20","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14526"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14526\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49736,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14526\/revisions\/49736"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14524"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}