{"id":13850,"date":"2017-03-10T09:34:06","date_gmt":"2017-03-10T08:34:06","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/03\/10\/dr-klaus-jelich-sachlichkeit-als-erfolgsformel\/"},"modified":"2025-02-26T12:39:28","modified_gmt":"2025-02-26T11:39:28","slug":"dr-klaus-jelich-sachlichkeit-als-erfolgsformel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2017\/03\/10\/dr-klaus-jelich-sachlichkeit-als-erfolgsformel\/","title":{"rendered":"Dr. Klaus Jelich: Sachlichkeit als Erfolgsformel&#8230;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45535\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 907px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45535\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Dr.-Klaus-Jelich.jpeg\" alt=\"\" width=\"897\" height=\"703\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Klaus Jelich &#8211; \u00a9 Bayer AG<\/span><\/div>\n<p>Er ist kein Mann der gro\u00dfen Worte und der weltm\u00e4nnischen Gesten. Er steht als Kind des Ruhrgebiets mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Ein frisch gezapftes Bier ist ihm lieber als prickelnder Champagner im Designer-Glas. Bescheidenheit und Sachlichkeit sind seine Markenzeichen. Dabei hat Dr.<\/p>\n<p>Klaus Jelich sehr viel zu bieten. Als Chef von \u00fcber 3.000 Bayer-Mitarbeitern ist der promovierte Chemiker ma\u00dfgeblich f\u00fcr den Erfolg des Standortes Wuppertal verantwortlich. Seine Funktion als \u201eglobaler pharmazeutischer Wirkstoffleiter\u201c des Bayer-Konzerns hebt ihn zus\u00e4tzlich unter den 120 Standortleitern des Pharma- und Pflanzenschutz-Riesen hervor. Peter Pionke unterhielt sich mit dem Wahl-Wuppertaler \u00fcber dessen Erfolgsformeln &#8211; im Job und im Privatleben.<\/p>\n<p><strong>DS: Wuppertal ist ja eigentlich die Wiege des Bayer-Konzerns, doch viele F\u00e4den werden im Hauptsitz Leverkusen gezogen. F\u00fchlen Sie sich da nicht ein wenig unterprivilegiert?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201e\u00dcberhaupt nicht. Wir sind zwar formal nur einer von 120 Bayer-Standorten, und Leverkusen ist der Hauptsitz des Unternehmens, an dem die Firmen-Strategie bestimmt wird &#8211; z.B. Verk\u00e4ufe oder Zuk\u00e4ufe. Aber wir sind immerhin eine der gr\u00f6\u00dften und wichtigsten Niederlassungen. Und konzernintern wei\u00df auch weitestgehend jeder, dass Bayer in Wuppertal gegr\u00fcndet wurde. Wir sind eingebunden in alle f\u00fcr uns relevanten Strategien, und wir haben das Alleinstellungsmerkmal, dass wir kein reiner Produktions- und auch kein reiner Forschungsstandort sind. Wir haben hier Alles: Von der Forschung, \u00fcber die Entwicklung bis hin zur Produktion von pharmazeutischen Wirkstoffen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Der Bayer-Standort Wuppertal liefert Wirkstoffe f\u00fcr 8 der 16 erfolgreichsten Bayer-Produkte der Division Pharmaceuticals. Wie stolz macht Sie das?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eDas macht mich auf jeden Fall stolz. Das ist eminent wichtig f\u00fcr viele Patienten. Wir produzieren hier Wirkstoffe f\u00fcr verschreibungspflichtige Medikamente gegen sehr schwere Krankheiten. Bei jedem neuen Produkt, das aus der Entwicklung in die Produktion geht, wird ganz gezielt entschieden, wo es produziert wird. Aber auch auf unsere Forschung k\u00f6nnen wir sehr stolz sein. In unseren Forschungslaboren wurden eine Reihe von Bayer-Erfolgsprodukten erforscht und entwickelt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Der Bayer-Konzern hat seit 2010 \u00fcber eine Milliarde Euro in den Standort Wuppertal investiert \u2013 erkennen Sie darin auch eine gewisse Anerkennung Ihrer Arbeit und Ihres Engagements?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eDas ist nat\u00fcrlich in erster Linie der Verdienst unserer Mitarbeiter hier, die \u00fcber Jahre das Know-how aufgebaut haben. Damit wurde auch die Reputation erarbeitet, die man braucht, damit der Vorstand die Entscheidung f\u00e4llt, dass gro\u00dfe Investitionen hier bei uns sehr gut aufgehoben sind. Da reicht es nicht, wenn jemand \u201ehier\u201c schreit. Meine Rolle ist es, zur richtigen Zeit und an der richtigen Stelle den Mund aufzumachen. Das tue ich nat\u00fcrlich nur dann, wenn wir alle fest davon \u00fcberzeugt sind, dass wir die Richtigen sind f\u00fcr diese Projekte. Denn anschlie\u00dfend m\u00fcssen wir beweisen, dass wir es auch hinbekommen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind promovierter Chemiker. Woher wussten Sie, dass das \u201eExperiment\u201c, einen Industrie-Standort mit weit \u00fcber 3.000 Mitarbeitern zu leiten und in die Zukunft zu f\u00fchren, so erfolgreich verlaufen w\u00fcrde?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eDas wusste ich nat\u00fcrlich nicht, ich bin ja kein Prophet. Ich habe hier in Wuppertal nicht nur Neues etabliert, sondern einen erfolgreichen Standort \u00fcbernommen, der \u00fcber 150 Jahre alt ist. Zudem verf\u00fcgen wir \u00fcber sehr gutes Personal. Nat\u00fcrlich habe ich meine 34 Jahre Erfahrung in verschiedenen F\u00fchrungspositionen eingebracht. Auch ich bin in meiner Karriere durch H\u00f6hen und Tiefen gegangen, wenn ich zum Beispiel Personal abbauen musste. Hier in Wuppertal kam es in erster Linie darauf an, die gro\u00dfen Chancen, die uns gegeben wurden, zu nutzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Also sind Sie aus den Tiefen gest\u00e4rkt hervorgegangen?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eDas kann ich so sagen. Es gab in der Anfangszeit der Bayer-Ausgr\u00fcndung Lanxess, bei der ich einige Jahre gearbeitet habe, Bereiche, in denen wir leider Personal abbauen mussten. Das war schmerzhaft. Aber man kann das auch sehr anst\u00e4ndig machen. Und wenn man sich um jeden einzelnen Betroffenen k\u00fcmmert und ihn fair und anst\u00e4ndig behandelt, dann hat dieser meistens auch Verst\u00e4ndnis. Auch unangenehme Probleme kann man sauber l\u00f6sen. Das war mir immer sehr wichtig. Und nat\u00fcrlich lernt man daraus. Klar ist es viel sch\u00f6ner, seit Jahren eine Phase mitpr\u00e4gen zu k\u00f6nnen, in der es steil nach oben geht.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Prinzipien vertreten Sie in der Mitarbeiterf\u00fchrung?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eBayer vertritt ganz bestimmte F\u00fchrungsgrunds\u00e4tze, die LIFE-Werte, die auch eingefordert werden. Die Buchstaben stehen f\u00fcr \u201eLeadership\u201c (F\u00fchrung), Integrit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t und Effizienz. Das sind keine leeren Spr\u00fcche, diese Werte werden auch wirklich bei uns gelebt. Wenn eine solche Unternehmenskultur von oben eingefordert wird, macht das auch neuen Mitarbeitern den Einstieg leicht. Bei uns gibt es zwar keine Basisdemokratie und wir haben auch klare Hierarchien, aber wir gehen dennoch auf Augenh\u00f6he miteinander um.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben mehrere Jahre in Kansas City verbracht. Welche Erfahrungen haben Sie aus Amerika mitgebracht?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eIch war insgesamt sechs Jahre in den USA und habe dort tolle Erfahrungen in beruflicher und privater Hinsicht gemacht. In Amerika besteht eine andere Unternehmenskultur. Die Mitarbeiter sind ganz anders vorgebildet als bei uns. Es gibt dort keine Lehre oder Meisterausbildung. Die Leute werden einfach angelernt. Man muss mit ihnen anders umgehen, als mit Facharbeitern, die alles von der Pike auf gelernt haben. Meine Kinder sind auf eine amerikanische Schule gegangen, meine Frau hat auch dort an der Schule ehrenamtlich gearbeitet. Unsere Nachbarn waren enorm hilfsbereit. Wir haben uns dort sehr wohl gef\u00fchlt. Und auch unsere Kinder konnten aus Amerika viel f\u00fcrs Leben mitnehmen. An den US-Schulen spielt ja Pers\u00f6nlichkeitsbildung eine sehr wichtige Rolle.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Aus Sicht eines Bayer-Standortleiters: Stellt US-Pr\u00e4sident Trump eine Gefahr f\u00fcr die Wirtschaft da?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eDa m\u00fcssen wir einfach einmal abwarten und mit einer gewissen Gelassenheit in die Zukunft schauen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Im Baylab geben Sie bereits Kindern die M\u00f6glichkeit, zu forschen. Sehen Sie das bereits als eine Art Nachwuchs-Akquise f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eDas kann man durchaus so sehen. Es ist Nachwuchsf\u00f6rderung, aber nicht nur f\u00fcr uns, sondern auch f\u00fcr andere Unternehmen. Unser Baylab ist technisch sehr gut ausgestattet, und wir wollen damit bei Kindern fr\u00fchzeitig das Interesse f\u00fcr Naturwissenschaften wecken. Das gleiche Ziel verfolgen wir zum Beispiel auch durch unserer Kooperation mit der Junior Uni, die wir finanziell und mit Manpower unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Das Thema Tierversuche wird sehr kontrovers und emotional diskutiert. Sehen Sie Anzeichen daf\u00fcr, dass die Zahl in naher Zukunft merklich gesenkt werden kann?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eDie Zahl ist ja schon gesenkt worden, absolut und auch relativ. Relativ deswegen, weil die Anforderungen der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden immer h\u00f6her werden. Das suchen wir uns nicht aus. Wenn wir ein Medikament zulassen wollen, ist eine bestimmte Anzahl an Tierversuchen zwingend vorgeschrieben. Aber das macht auch Sinn. Denn kein Mensch m\u00f6chte ein Medikament einnehmen, das vorher nur im Reagenzglas getestet wurde. Nat\u00fcrlich arbeiten wir diesbez\u00fcglich immer h\u00e4ufiger mit Zellkulturen. Aber z.B. ein Blutdruck-Mittel kann man nicht im Reagenzglas testen. Das geht nur im lebenden Organismus. Oft genug dr\u00e4ngen wir als Industrie in erster Linie aus ethischen Gr\u00fcnden darauf, bestimmte Tierversuche nicht machen zu m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Bayer engagiert sich u.a. in Sachen Soziales, Sport und Kultur. Welcher Bereich liegt Ihnen denn pers\u00f6nlich besonders am Herzen?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eIm Prinzip f\u00e4llt das ja alles in den sozialen Bereich. Und der liegt mir sehr am Herzen. Soziale Kompetenz hat bei Bayer eine lange Tradition. Es gab schon fr\u00fch gute Sozialsysteme, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Freizeiteinrichtungen. Wir f\u00f6rdern heute ehrenamtliches Engagement, den Breitensport und Kultur. Zum Beispiel den SV Bayer Wuppertal. Und wo k\u00f6nnte man sich sozial besser integrieren als in einem Sportverein?\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_45436\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 943px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-45436\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Jelich_Koch_Kooperation-2-2.jpeg\" alt=\"\" width=\"933\" height=\"739\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Dr. Klaus Jelich (l.) und Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch haben gemeinsam eine Menge bewegt &#8211; \u00a9 Bayer<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Inwieweit haben Sie die negativen Schlagzeilen und kritischen Stimmen im Zusammenhang mit der spektakul\u00e4ren \u00dcbernahme des US-Saatgut-Spezialisten Monsanto pers\u00f6nlich tangiert?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eUns als Pharma-Standort tangiert das so gut wie gar nicht. Aber als jemand, der selbst 20 Jahre im Pflanzenschutz gearbeitet hat, kann ich sagen: Die getroffenen Entscheidungen sind meiner Ansicht nach absolut richtig. Wir sehen in der beabsichtigten Transaktion gro\u00dfe Chancen. Der Saatgut-Spezialist Monsanto ist die optimale Erg\u00e4nzung zu unserer Pflanzenschutz-Sparte, in der wir sehr gut aufgestellt sind. Monsanto steht f\u00fcr die Zukunft. Das muss man vor dem Hintergrund einer st\u00e4ndig wachsenden Weltbev\u00f6lkerung sehen. Gemeinsam k\u00f6nnten wir in Zukunft noch schneller L\u00f6sungen f\u00fcr die Landwirtschaft entwickeln und bes\u00e4\u00dfen dann eine sich hervorragend erg\u00e4nzende geografische Pr\u00e4senz zum Nutzen der Landwirte in aller Welt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wor\u00fcber k\u00f6nnen Sie sich so richtig \u00e4rgern?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eIch mag es gar nicht, wenn versucht wird, Entscheidungen, die gemeinsam gef\u00e4llt wurden, im Nachhinein wieder auszuhebeln. Das kommt aber zum Gl\u00fcck nur sehr selten vor. Auf der anderen Seite, muss man auch als Vorgesetzter die Gr\u00f6\u00dfe haben, eine Entscheidung zu revidieren, wenn man feststellt, dass sie falsch war.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie sind in D\u00fcsseldorf geboren und leben jetzt in Wuppertal. F\u00fchlen Sie sich jetzt als D\u00fcsseldorfer oder Wuppertaler?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eIch habe ja nur die ersten zwei Jahre meines Lebens in D\u00fcsseldorf verbracht. Aufgewachsen bin ich als Ruhrgebietskind in Bochum. Da ich inzwischen die meiste Zeit meines Lebens in Wuppertal wohne, f\u00fchle ich mich jetzt als Wuppertaler mit starkem Ruhrgebietseinschlag.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welches sind Ihre ganz pers\u00f6nlichen Wuppertaler Highlights?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eIch finde die Wuppertaler Kultur-Szene sehr spannend. Damit meine ich jedoch nicht nur Oper und Schauspielhaus, sondern auch die vielen Kleinkunstb\u00fchnen. F\u00fcr mich z\u00e4hlen zu den Highlights auch das Historische Zentrum am Engels-Haus, die Gr\u00fcnderzeit-Viertel mit der tollen Architektur und nat\u00fcrlich Tony Craggs Skulpturenpark. Und ich genie\u00dfe es sehr, dass Wuppertal eine so gr\u00fcne Stadt ist. Wir haben den Wald praktisch vor der Haust\u00fcr.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn Sie mal so richtig abschalten wollen, wo gehen Sie dann hin?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eIch laufe jedes Wochenende mit meiner Frau durchs Burgholz, da kann ich wunderbar abschalten. Ich gehe auch \u00f6fter ins Fitnessstudio. Dazu noch Konzert, Oper und Theater. Aber ich lege auch ganz gerne Zuhause auf dem Sofa mal die F\u00fc\u00dfe hoch.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn Sie sich im Ausland aufhalten, wie erkl\u00e4ren Sie Ihren Gespr\u00e4chspartnern Wuppertal &#8211; die Stadt, in der Sie leben und arbeiten?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eIn Amerika kennen die Leute M\u00fcnchen, Hamburg, Berlin und Heidelberg und vielleicht noch K\u00f6ln. Ich sage dann immer: \u201aWuppertal liegt in der N\u00e4he von K\u00f6ln\u2018. In China muss ich nichts erkl\u00e4ren, die Chinesen kennen alle Wuppertal, schon allein wegen Friedrich Engels.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie haben einen Sohn und eine Tochter. Tritt von ihnen auch jemand in Ihre Fu\u00dfstapfen?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eDie beiden machen etwas ganz Anderes und gehen ihren eigenen Weg. Meine Tochter ist Juristin und mein Sohn Maschinenbau-Ingenieur. Beide sind echte Wuppertaler, hier geboren und aufgewachsen, sind aber vor ein paar Jahren beruflich weggezogen. Unser Sohn lebt jetzt in Stuttgart und unsere Tochter in K\u00f6ln. Trotzdem sehen wir uns immer noch sehr oft.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Hobbys haben Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eF\u00fcr klassische Hobbys habe ich leider keine Zeit. Ich bin neben meinem Beruf als Standortleiter und als globaler pharmazeutischer Wirkstoffleiter ja auch noch Vorsitzender des SV Bayer Wuppertal, da habe ich auch den einen oder anderen Termin, der zeitintensiv ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie intensiv verfolgen Sie den Weg des Wuppertaler SV?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eIch verfolge den Weg seit Anfang der 70er Jahre. Zuletzt war ich im Stadion, als der WSV noch in der 3. Liga gespielt hat. Ich halte den Weg, den der WSV nach Insolvenz und Zwangsabstieg eingeschlagen hat, f\u00fcr richtig, und ich hoffe, dass die Mannschaft bald wieder da spielt, wo sie hingeh\u00f6rt: In der 2. Liga.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Sie werden am 02. M\u00e4rz 64 Jahre jung. Haben Sie sich schon mal mit dem Thema Pensionierung auseinandergesetzt?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eEigentlich m\u00fcsste ich mich vor dem 64. Geburtstag f\u00fcrchten. Zum 63. Geburtstag habe ich n\u00e4mlich einen Trip auf den benachbarten WSW-Schornstein geschenkt bekommen. Da gibt es keinen Aufzug, sondern nur eine 200 Meter hohe, steile Leiter, die ich hochgeklettert bin. Daf\u00fcr war die Aussicht von oben grandios. Nat\u00fcrlich denke ich \u00fcber meine Pensionierung nach. Aber so gern ich meinen Job mache, bin ich felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass ich auch sehr gut damit zurecht kommen werde, nicht mehr zu arbeiten.\u201c<\/p>\n<p>DS: Was wollen Sie denn noch alles erforschen, wenn Sie einmal im Ruhestand sind?<\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eIch will nicht den Fehler machen, zu viele Pl\u00e4ne zu schmieden, die ich hinterher nicht einhalten kann. Ich werde, wie fast jeder Pension\u00e4r, sicher viel reisen. Ich m\u00f6chte auf jeden Fall alle Bootsscheine machen, mir ein Boot kaufen und vielleicht auch einen Zweitwohnsitz irgendwo am Wasser. Und ich werde ganz sicher noch Sprachen lernen. Englisch spreche ich gut. Franz\u00f6sisch und Spanisch m\u00f6chte ich perfektionieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn Sie die M\u00f6glichkeit h\u00e4tten, mit den Bayer-Gr\u00fcndern, Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott, f\u00fcnf Minuten lang zu sprechen, was w\u00fcrden Sie diesen beiden Herren sagen?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich: \u201eHut ab, alle Achtung. Sie haben mit einer tollen Gesch\u00e4ftsidee ein super Start up geschaffen. Ich lade Sie zu einem Rundgang ein, damit Sie sehen k\u00f6nnen, wie sich der Standort Wuppertal entwickelt hat&#8230;\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">Vita<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Dr. Klaus Jelich wurde am 02. M\u00e4rz 1953 in D\u00fcsseldorf geboren. Als er zwei Jahre alt war, zog seine Familie nach Bochum. Hier wuchs er auch auf. Nach dem Abitur studierte er an der Ruhr-Universit\u00e4t Chemie. Nach dem erfolgreichen Abschluss folgte ein einj\u00e4hriger Forschungsaufenthalt in den USA.<\/p>\n<p>1982 startete Dr. Klaus Jelich seine erfolgreiche Karriere bei der Bayer AG im Gesch\u00e4ftsbereich Pflanzenschutz in Leverkusen. 1990 stieg er in die Labor- und Betriebsleitung des Pflanzenschutz-Technikums auf. 1994 \u00fcbernahm Dr. Klaus Jelich die Leitung der chemischen Verfahrensentwicklung in Kansas City (USA). 1999 kehrte er nach Deutschland zur\u00fcck und wurde Leiter des zentralen Technikums des Gesch\u00e4ftsbereichs Chemikalien.<\/p>\n<p>Weitere Stationen: 2001 Produktionsleiter Division Feinchemikalien \u2013 2006 Leiter Produktionsstrategie und Supply Chain von Bayer CropSience.<\/p>\n<p>Am 01. Januar 2009 trat Dr. Klaus Jelich die Nachfolge von Herbert Stillings als Standortleiter Wuppertal an. Er ist verheiratet und ist Vater einer Tochter und eines Sohnes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bescheidenheit und Sachlichkeit sind die Erfolgsformeln von Dr. Klaus Jelich, Chef der Bayer AG in Wuppertal. Der promovierte Chemiker brachte den Standort Wuppertal weit nach vorne. Lesen Sie das interessante, informative Interview unserer Reihe &#8222;Hand auf Herz&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":13848,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[2412,3162,3984],"class_list":["post-13850","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft","tag-bayer-ag","tag-bayer-wuppertal","tag-standortleiter-dr-klaus-jelich"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 20:56:48","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13850"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45537,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13850\/revisions\/45537"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13848"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}