{"id":13784,"date":"2016-02-10T08:52:16","date_gmt":"2016-02-10T07:52:16","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/03\/09\/manni-reichert-das-herz-der-wsv-aufstiegs-elf\/"},"modified":"2022-01-31T17:27:44","modified_gmt":"2022-01-31T16:27:44","slug":"manni-reichert-das-herz-der-wsv-aufstiegs-elf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/02\/10\/manni-reichert-das-herz-der-wsv-aufstiegs-elf\/","title":{"rendered":"Manni Reichert &#8211; das Herz der WSV-Aufstiegs-Elf"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er war der Schl\u00fcssel zum bisher gr\u00f6\u00dften WSV-Erfolg der Vereinsgeschichte: ohne Manfred Reichert h\u00e4tte es die Bundesliga-\u00c4ra der Rot-Blauen vermutlich nie gegeben. Er war der Kopf der Mannschaft und nicht von ungef\u00e4hr der Kapit\u00e4n. Der kinderlose WSV-Trainer Horst Buhtz war von ihm so angetan, dass er im privaten Kreis manchmal \u00e4u\u00dferte: \u201eDen w\u00fcrde ich sofort adoptieren!\u201c<\/p>\n<p>Als Abwehrspieler bestritt Manni Reichert mit dem WSV 67 von 68 Bundesligaspiele. Er war 1962 einst als torgef\u00e4hrlicher Halbst\u00fcrmer (mit Emil Meisen) zum WSV gekommen und erzielte in 296 Regionalliga-Eins\u00e4tzen 60 Tore. Der in Remscheid aufgewachsene Reichert spielte in seiner Wehrdienstzeit f\u00fcr den 1. SC G\u00f6ttingen 05 in der zweitklassigen Amateurliga Niedersachsen-Ost, wo Bundesligisten wie Eintracht Braunschweig, der 1. FC K\u00f6ln und der 1. FC N\u00fcrnberg auf ihn aufmerksam wurden. Die seinerzeit von \u201eZapf\u201c Gebhardt trainierten Wuppertaler erhielten jedoch von dem bodenst\u00e4ndigen Reichert den Vorzug. Beim WSV spielte er insgesamt elf Jahre.<\/p>\n<p>Als die Wuppertaler 1972 in die Bundesliga aufstiegen, war Manfred Reichert fast 32 Jahre alt. Der ehrgeizige Techniker, eigentlich erlernter Halbst\u00fcrmer und intelligenter Spielgestalter, wurde von Trainer Horst Buhtz als Au\u00dfenverteidiger in die Abwehr gestellt, wo er einen \u201eOffensivverteidiger moderner Pr\u00e4gung\u201c abgab. Horst Buhtz machte ihn zu seinem verl\u00e4ngerten Arm auf dem Spielfeld. \u201eBuhtz brachte aus Italien neue taktische Konzepte mit, unter anderem offensive Verteidiger und den bei uns mit Erfolg praktizierten taktischen Linksau\u00dfen\u201c, sagte Reichert einst \u00fcber das Erfolgsrezept. Was dann kam ist bekannt: Ungeschlagen stieg die Mannschaft 1972 in die Bundesliga auf. Der WSV erntete die Fr\u00fcchte dieser auch von Reichert gepr\u00e4gten taktischen Finesse.<\/p>\n<p><strong>Verl\u00e4ngerter Arm von Trainer Buhtz<\/strong><\/p>\n<p>Der WSV stie\u00df in der ersten Bundesliga-Saison zeitweise auf den zweiten Platz vor. Am Saisonende 1972\/73 war der Neuling hinter dem Meister FC Bayern M\u00fcnchen, 1. FC K\u00f6ln und Fortuna D\u00fcsseldorf Tabellenvierter und qualifizierte sich f\u00fcr den UEFA-Pokal. Es war der Zenit in Reicherts Karriere, aber letztlich auch f\u00fcr den Verein selbst. Im europ\u00e4ischen Wettbewerb scheiterte man am polnischen Vertreter Ruch Chorz\u00f3w. Das erste Spiel in Polen ging mit 4:1 verloren und da nutzte der 5:4-Erfolge im R\u00fcckspiel im Stadion am Zoo mit einem Reichert-Tor nichts mehr. Im Mai 1974 bestritt Reichert als knapp 34-J\u00e4hriger sein letztes von 364 Pflichtspielen. Ohne ihn musste sich die Mannschaft dann in der Saison 74\/75 in die 2. Bundesliga verabschieden. 1983 kehrte Reichert noch einmal kurzfristig als Berater zum Verein zur\u00fcck und \u00fcbernahm sp\u00e4ter zweimal kurzzeitig das Traineramt bei der nur noch in der Oberliga Nordrhein agierenden ersten Mannschaft des WSV.<\/p>\n<p>Reichert war vielseitig. Schon w\u00e4hrend seiner aktiven Zeit trat er als w\u00f6chentlicher Sport-Kolumnist bei der damaligen Neuen-Rhein-Zeitung (NRZ) unter der \u00dcberschrift \u201eSo sehe ich es\u201c auf. Nach seiner Fu\u00dfball-Laufbahn war Reichert als Werksleiter beim Automobilzulieferer Delphi sehr erfolgreich.<\/p>\n<p>Wie viele ehemaligen Fu\u00dfballer fand er einen Ausgleich im Tennis, wo er ebenfalls au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfolge hatte. Er spielte f\u00fcr Rot-Wei\u00df Passau, wurde im Jahr 2000 Bayerischer Meister seiner Altersklasse und Dritter bei der Senioren-Europameisterschaft. Dies gelang ihm trotz einer schwerer Knochen-Erkrankung, gegen die er fast 20 Jahre lang ank\u00e4mpfte. Deretwegen wurde er mehrfach operiert und letztlich musste ihm ein Arm amputiert werden. \u201eIch bin ein Bewegungsmensch\u201c, war seine Devise.<\/p>\n<p><strong>Opfer eines Fl\u00fcssigkeitsmangels?<\/strong><\/p>\n<p>Freunde \u00e4u\u00dferten den Verdacht, dass die Erkrankung des ehrgeizigen Sportsmanns Folge eines jahrelangen Fl\u00fcssigkeitsmangels gewesen seien. Die moderne Wissenschaft hat bei 15 Prozent der Fu\u00dfballspieler dieses Ph\u00e4nomen beobachtet. Fr\u00fcher nahmen viele Sportler &#8211; so auch Reichert &#8211; w\u00e4hrend des Trainings oder in der Halbzeitpause zur Vermeidung des Schwitzeffektes h\u00e4ufig kein oder zu wenig Wasser zu sich. Das Thema Fl\u00fcssigkeitshaushalt bei Sportlern wird sp\u00e4testens seit den Olympischen Spielen in Los Angeles (1984) anders diskutiert. Damals torkelte die Schweizer Marathon-L\u00e4uferin Andersen-Schiess dehydriert, v\u00f6llig entkr\u00e4ftet ins Olympia-Stadion. Sp\u00e4testens seitdem r\u00e4t die Wissenschaft Leistungssportlern dazu, den Fl\u00fcssigkeitshaushalt durch gen\u00fcgend Salzsticks und mineralstoffhaltige Getr\u00e4nke (Elektrolyte) rechtzeitig und gezielt zu erg\u00e4nzen. Erkenntnisse, die es in den fr\u00fchen Jahren der Bundesliga so noch nicht gab.<\/p>\n<p>Der vorbildliche, faire Sportsmann verstarb an den Folgen seiner Erkrankung am 10. April 2010 im Alter von 69 Jahren. Manfred Reichert hinterlie\u00df seine Frau, zwei S\u00f6hne und drei Enkelkinder. Die WZ titelte seinerzeit einen Nachruf von J\u00fcrgen Eschmann: \u201eDas Herz der WSV-Aufstiegself schl\u00e4gt nicht mehr\u201c.<\/p>\n<p>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Serie WSV-Legenden (7): Manfred Reichert hatte das talienische Erfolgsrezept. Als taktischer Linksau\u00dfen war er das \u201eHerz\u201c der WSV-Elf, die in die Bundesliga aufstieg.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":13782,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[3964,3963,35],"class_list":["post-13784","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport","tag-horst-buhtz","tag-manfred-reichert","tag-wuppertaler-sv"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-19 18:27:45","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13784","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13784"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13784\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49711,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13784\/revisions\/49711"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13782"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13784"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13784"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13784"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}