{"id":13245,"date":"2016-02-14T08:36:06","date_gmt":"2016-02-14T07:36:06","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/02\/14\/wsv-legenden-schlangen-franz-sollte-heilsbringer-werden\/"},"modified":"2022-01-31T19:05:38","modified_gmt":"2022-01-31T18:05:38","slug":"wsv-legenden-schlangen-franz-sollte-heilsbringer-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2016\/02\/14\/wsv-legenden-schlangen-franz-sollte-heilsbringer-werden\/","title":{"rendered":"WSV-Legenden: \u201eSchlangen Franz\u201c sollte Heilsbringer werden"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man nannte ihn den \u201eSchlangen-Franz\u201c. Dies stand in Zusammenhang mit dessen Vorliebe f\u00fcr Reptilien. Als der Wuppertaler SV 1974 den Torj\u00e4ger verpflichtete, hatte man sich mit ihm den Klassenerhalt in der ersten Bundesliga erhofft. Franz Gerber kam aus der Jugend des FC Bayern M\u00fcnchen und feierte hier 1972 sein Bundesliga-Deb\u00fct unter Trainer Udo Lattek. Doch gegen die \u00fcberm\u00e4chtige Konkurrenz von Gerd M\u00fcller und Uli Hoene\u00df hatte er keine Chance. Gerber wechselte zum FC St. Pauli in die zweite Liga.<\/p>\n<p>Mit den Hamburgern wurde er Meister. Doch mit dem Aufstieg in die Bundesliga klappte es zweimal nicht. Franz Gerbers 33 Tore in der Saison 1973\/74 lie\u00dfen den Wuppertaler SV auf den damals 20j\u00e4hrigen aufmerksam werden und schlie\u00dflich unter Vertrag nehmen. Gerber schoss f\u00fcr die Rot-Blauen zw\u00f6lf Tore in 30 Spielen &#8211; zu wenig, um den Bundesliga-Abstieg der Wuppertaler am Ende der Saison zu verhindern. 1974\/75 musste sich die als \u00fcberaltert angesehene Mannschaft als Schlusslicht in die 2. Bundesliga verabschieden.<\/p>\n<p>Der Wuppertaler SV hatte in dieser Spielzeit nur zw\u00f6lf Punkte erreicht &#8211; und damit nur vier mehr als der SC Tasmania 1900 Berlin. Damit manifestierte sich der WSV, einst der beste Aufsteiger, den es je gegeben hatte, als zweitschlechtester Bundesligaabsteiger aller Zeiten. Der einzige Lichtblick der Saison: Mit Franz Gerber besiegte der WSV das Star-Ensemble des SC Bayern M\u00fcnchen mit 3:1.<\/p>\n<p><strong>Junge Spieler hatten es schwer<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWir h\u00e4tten nicht absteigen m\u00fcssen\u201c, sagte uns Franz Gerber jetzt in seiner Retrospektive. Es sei eine sehr sch\u00f6ne Zeit in Wuppertal gewesen, besonders der gro\u00dfe Enthusiasmus der Fans ist ihm in Erinnerung geblieben. Es seien dumme Fehler gemacht worden. Und junge Spieler h\u00e4tten es in der eingespielten Mannschaft sehr schwer gehabt. Obwohl Franz Gerber in 32 Zweitliga-Spielen 19 Tore erzielte, belegte der WSV nur den 5. Tabellenplatz. Der erhoffte Wiederaufstieg blieb Franz Gerber und seinen Mannschaftskameraden versagt.<\/p>\n<p>Entt\u00e4uscht wechselte Franz Gerber wieder zur\u00fcck zum FC St. Pauli. Vor ihm lag eine bewegte sportliche Zukunft. Fr\u00fcher nannte man Spieler wie ihn \u201eWandervogel\u201c. Insgesamt bestritt Franz Gerber in seiner Laufbahn 93 Bundesligaspiele. Er lief f\u00fcr Bayern M\u00fcnchen, den WSV, den FC St. Pauli, 1860 M\u00fcnchen und zuletzt in der Saison 1985\/86 f\u00fcr Hannover 96 in der h\u00f6chsten deutschen Spielklasse auf. Dazu kamen 213 Zweitligaspiele. Zu den H\u00f6hepunkten seiner 16j\u00e4hrigen Profikarriere geh\u00f6rte seine Zeit in Kanada und den USA, wohin es ihn1982 im Alter von 29 Jahren verschlug. Hier war er f\u00fcr die Calgary Boomers (Kanada), die Tulsa Roughnecks und die Tampa Bay Rowdies (USA) aktiv.<\/p>\n<p>Seine aktive Laufbahn ging schliesslich in Hamburg zu Ende. F\u00fcr den Zweitligisten FC St. Pauli scho\u00df er in der Saison 1986\/87 in 34 Spielen 15 Toren und war damit am Erreichen des dritten Tabellenplatzes ma\u00dfgeblich beteiligt. Am 22. Juli 1987 \u2013 beim 3:0-Ausw\u00e4rtssieg bei der SG Union Solingen \u2013 verletzte er sich so schwer, dass er seine Karriere beenden musste.<\/p>\n<p>Danach erlebte Franz Gerber eine Zeit als Manager und Trainer, u.a. bei Hannover 96 und dem FC St. Pauli und ganz zuletzt dann noch bis 2013 beim Drittligisten Jahn Regensburg. Hier schaffte Sportchef Gerber dreimal das Wunder, mit minimalen Mitteln das Maximum zu erreichen. Als Gerber im Februar 2010 den Posten \u00fcbernahm, stand Regensburg auf dem 16. Tabellenplatz der 3. Liga. Zwei Jahre sp\u00e4ter stieg Regensburg mit einem der geringsten Etats in die zweite Bundesliga auf. Wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand kam es jedoch im Mai 2013 kurzfristig zu seiner Beurlaubung, sp\u00e4ter zur K\u00fcndigung, des bis 2015 laufenden Vertrages. Erst vor Gericht gab es eine g\u00fctliche Einigung. Jahn Regensburg ist heute ohne Franz Gerber wieder (nur) Drittligist.<\/p>\n<p><strong>Sohn Fabian ein Klopp-Sch\u00fcler<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Schlagzeilen hatte Franz Gerber auch gesorgt, als er 2007den Job des Teamchefs und Beraters der Nationalmannschaft von Madagaskars \u00fcbernahm. Ein Job, der quasi vom Himmel fiel. Und das kam so: Eines Fr\u00fchlingstages klingelte das Telefon bei Gerber, in der Leitung ein Attach\u00e9 des madagaskarischen Oberhaupts, das gerade auf Staatsbesuch in Deutschland weilte. Der bat den Ex-Fu\u00dfballspieler zur Audienz. Gerber flog nach M\u00fcnchen und erfuhr von Marc Ravalomanana (Staatspr\u00e4sident von 2002 bis 2009), dass die Not gro\u00df, die Kasse leer und nur er der Heilsbringer sein k\u00f6nne. Au\u00dferdem war zu erfahren, dass jemand dem Pr\u00e4sidenten von Gerald Asamoah, von Fabian Ernst und von Sebastian Kehl erz\u00e4hlt haben musste. \u201eDie habe ich entdeckt, die kannte keiner, bevor sie deutsche Nationalspieler wurden\u201c, erz\u00e4hlte Franz Gerber. Er sollte Nationaltrainer von Madagaskar werden. Das aber war nicht drin, schlie\u00dflich hatte er in Deutschland verschiedene Aufgaben zu erf\u00fcllen. Mit seinem Bruder betrieb er eine Spedition und beriet damals den Goslarer SC 08 und einige Spieler.<\/p>\n<p>Zwei S\u00f6hne hat Franz Gerber, insbesondere Fabian (heute 34) trat in die Fu\u00dfstapfen seines Vaters. Er erlernte bei J\u00fcrgen Klopp, Thomas Tuchel und Christian Streich das Fu\u00dfball-Handwerk. Fabian Gerber spielte beim SV Mainz 05 und beim FC St. Pauli in der Bundesliga. Bei St. Pauli und sp\u00e4ter bei Hannover 96 war Vater Franz sein Trainer. Fabian wechselte inzwischen seinerseits ins Trainergesch\u00e4ft, wenn auch bisher ohne gro\u00dfen Erfolg. Aus dem Fu\u00dfball-Business will sich Franz Gerber (63) nicht zur\u00fcckziehen. \u201eSicher werde ich irgendwo noch einmal angreifen\u201c, sagte er. Aber erst einmal genie\u00dft er in seiner Freizeit das Skifahren und arbeitet ganz nebenbei noch als Immobilienmakler in \u00d6sterreich. Zum Abschluss f\u00fcgte er noch hinzu: \u201eGr\u00fc\u00dfen Sie mir Wuppertal!\u201c<\/p>\n<p>Text: Siegfried J\u00e4hne<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Serie WSV-Legenden (6): Franz Gerber, den alle nur den \u201eSchlangen Franz\u201c nannten.\u00a0 Er machte 93 Bundesligaspiele, entdeckte drei Nationalspieler und sollte sogar Heilsbringer in Madagaskar werden. Aber der ganz gro\u00dfe Erfolg blieb dem ehemaligen WSV-Torj\u00e4ger letztlich versagt.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":13243,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[3826,3827,35],"class_list":["post-13245","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sport","tag-franz-gerber","tag-schlangenfranz","tag-wuppertaler-sv"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-14 14:48:04","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13245","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13245"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13245\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":49766,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13245\/revisions\/49766"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13243"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13245"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13245"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13245"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}