{"id":12992,"date":"2021-02-06T11:45:46","date_gmt":"2021-02-06T10:45:46","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/02\/06\/mama-es-zuckt-so-tic-stoerungen-im-kindesalter-2\/"},"modified":"2022-08-09T12:27:09","modified_gmt":"2022-08-09T10:27:09","slug":"mama-es-zuckt-so-tic-stoerungen-im-kindesalter-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2021\/02\/06\/mama-es-zuckt-so-tic-stoerungen-im-kindesalter-2\/","title":{"rendered":"\u201eMama, es zuckt so\u201c Tic-St\u00f6rungen im Kindesalter"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_53727\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-53727\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/IMG_1195_a-2-1024x778.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"778\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Diplom-Psychologin Barbara Knoblauch &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>Wie sich der Tic bemerkbar macht:\u00a0Es gibt zwei Arten von Tics, sogenannte motorische (die Bewegung betreffende) und vokale (in Laut\u00e4u\u00dferungen auftretende) Tics.<\/p>\n<p>Als motorische Tics bezeichnet man ganz allgemein das unwillentliche, krampfartige Zusammenziehen von Muskeln, die sich dann in mehr oder weniger auff\u00e4lligen Zuckungen bemerkbar machen. Im Einzelfall kann das einfaches Augenblinzeln, Ziehen von Grimassen oder Schulterzucken, aber auch \u00fcberraschendes Kneifen oder immer wiederkehrende Kopfbewegungen sein.<\/p>\n<p>Dabei ist das \u201eewige\u201c Wiederholen ein und derselben Bewegung f\u00fcr motorische Tics genauso kennzeichnend wie ihr urpl\u00f6tzliches und unerwartetes Auftreten. Vokale Tics \u00e4u\u00dfern sich dagegen in Form von unwillentlichem R\u00e4uspern, Schn\u00fcffeln, Aussto\u00dfen von Lauten, Bellen etc.. Auch sie treten pl\u00f6tzlich und in st\u00e4ndiger Wiederholung auf. So werden bei einem komplexen vokalen Tic beispielsweise bestimmte, oftmals obsz\u00f6ne, W\u00f6rter oder Laute immer wieder ge\u00e4u\u00dfert, was f\u00fcr den Betroffenen und die Umgebung h\u00f6chst unangenehm werden kann.<\/p>\n<p>Aber auch Menschen mit komplexen motorischen Tics werden von ihrer Umgebung h\u00e4ufig als bel\u00e4stigend empfunden. Denn das st\u00e4ndige Wiederholen bestimmter Bewegungen, wie sich im Kreise drehen oder in die H\u00e4nde klatschen, l\u00e4sst das Tic-erkrankte Kind auf Au\u00dfenstehende nicht selten zwanghaft und verr\u00fcckt erscheinen.<\/p>\n<p><strong>Kinder sind h\u00e4ufig betroffen<\/strong><\/p>\n<p>Tics treten viel h\u00e4ufiger auf, als allgemein angenommen wird. Ungef\u00e4hr 15 Prozent aller Schulkinder zeigen irgendwann vor\u00fcbergehend einen Tic. Der Rat von Fachleuten, diese Tics nicht allzu ernst zu nehmen, ist oftmals richtig, da sie meist von vor\u00fcbergehender Natur sind und vielfach innerhalb eines Jahres wieder verschwinden (vor\u00fcbergehende Tic-St\u00f6rung).<br \/>\nDoch sollten Tics bei Kindern nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wie ernst eine Tic-St\u00f6rung ist, l\u00e4sst sich n\u00e4mlich auf Anhieb nur sehr schwer sagen. Denn bei der ersten Untersuchung eines Tics ist kaum zu unterscheiden, ob es sich um ein vor\u00fcbergehendes Problem oder um den Beginn einer lang andauernden St\u00f6rung handelt (chronische Tic-St\u00f6rung). Der Spielraum einer Tic-Erkrankung ist sehr weit und reicht von v\u00f6lliger Harmlosigkeit bis zum Tourettesyndrom, einer zwar seltenen, aber sehr schwer wiegenden Tic-Erkrankung. Sie \u00e4u\u00dfert sich in einer Kombination mehrerer motorischer und vokaler Tics.<\/p>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr eine Tic-St\u00f6rung sind bis heute nicht aufgekl\u00e4rt. Eine genetische Beteiligung gilt als sicher, was famili\u00e4re H\u00e4ufung zur Folge hat.<\/p>\n<p><strong>Behandlung ist m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Kinder, die mit einer Tic-St\u00f6rung gut zurecht kommen und einen positiven Entwicklungsverlauf aufweisen, m\u00fcssen nicht behandelt werden. Oft reicht eine vor\u00fcbergehende Beratung der Familie aus. Die Ursachen eines Tics haben nichts mit der Intelligenz eines Kindes zu tun. Daf\u00fcr gehen die St\u00f6rungen um so h\u00e4ufiger mit emotionalen Problemen einher. Emotionale Belastungen erh\u00f6hen die St\u00e4rke und H\u00e4ufigkeit von Tics. Daher ist es f\u00fcr eine gezielte Behandlung des Tic-gest\u00f6rten Kindes wichtig, diese emotionalen Faktoren zu erkennen.<\/p>\n<p>Meist helfen schon Stress reduzierende Ma\u00dfnahmen wie Autogenes Training und Entspannungstraining. Bei ihrer gezielten Anwendung lassen die meisten Tics schon nach. Auch eine Psychotherapie kann f\u00fcr die Kinder und ihre Familien hilfreich sein, wobei hier die Gesamtsituation, also die urs\u00e4chlichen psychischen Konflikte aus der die Krankheit resultiert, im Vordergrund stehen sollte.<\/p>\n<p>Bei schwerwiegenden Tic-St\u00f6rungen sollte auch eine medikament\u00f6se Behandlung diskutiert werden. Nutzen und Nebenwirkungen m\u00fcssen dabei einander gegen\u00fcber gestellt werden. Die Betroffenheit des Kindes und sein Leidensdruck stellen einen Grad der Behandlungsbed\u00fcrftigkeit dar.<\/p>\n<p>Oft entsteht der Leidensdruck erst durch die soziale Aufmerksamkeit, die die Symptome erzielen, oder wird zumindest meist dadurch verst\u00e4rkt. F\u00fcr die Eltern sind die Tics des Kindes oft nur sehr schwer auszuhalten. Gut gemeinte Ratschl\u00e4ge, Ma\u00dfnahmen der Eltern die Symptome zu unterdr\u00fccken oder sie negativ zu sanktionieren helfen wenig, haben meist gegenteilige Effekte und verschlimmern die Symptomatik.<\/p>\n<p>Meinen Sie bei Ihrem Kind eine Tic-Symptomatik zu erkennen, stellen sie das Kind Ihrem Kinderarzt vor, um dann gegebenenfalls weitere Ma\u00dfnahmen einzuleiten.<\/p>\n<p>Ihre<br \/>\n<strong>Barbara Knoblauch &#8211; Dipl. Psych. \/Psychotherapeutin<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer tickt nicht richtig!\u201c ist eine gel\u00e4ufige Redewendung f\u00fcr Personen, die sich abweichend der Norm verhalten. Damit ist dann meist ein ungew\u00f6hnliches Benehmen oder eine auff\u00e4llige Eigenart gemeint. Bei vielen Erwachsenen wird das Verhalten dann als Spleen abgetan. Doch haben auch Kinder sehr h\u00e4ufig eine Eigenart, einen Tic, unter dem sie nicht selten leiden.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":12990,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-12992","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wissen"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-08 04:16:50","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12992","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12992"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12992\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54126,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12992\/revisions\/54126"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12990"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12992"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12992"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12992"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}