{"id":12452,"date":"2017-01-14T15:23:54","date_gmt":"2017-01-14T14:23:54","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2017\/01\/14\/meine-suppe-ess-ich-nicht-teil-3\/"},"modified":"2022-07-22T14:25:42","modified_gmt":"2022-07-22T12:25:42","slug":"meine-suppe-ess-ich-nicht-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2017\/01\/14\/meine-suppe-ess-ich-nicht-teil-3\/","title":{"rendered":"&#8222;Meine Suppe ess ich nicht&#8230;&#8220; (Teil 3)"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_53727\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1034px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-53727\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/IMG_1195_a-2-1024x778.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"778\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Diplom-Psychologin Barbara Knoblauch &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p>Magers\u00fcchtige Patientinnen zeigen wenig Krankheitseinsicht. Sie solidarisieren sich untereinander, wozu gerade das Internet gute M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung stellt. So entstand in den USA die Pro Ana Bewegung, die l\u00e4ngst auch in Europa anzufinden ist. Ana steht f\u00fcr Anorexie. Die Krankheit wird personifiziert und glorifiziert. Die M\u00e4dchen finden sich in Blogs und Pro Ana-Foren. Teilnehmen kann nur wer magers\u00fcchtig ist.<\/p>\n<p>Es gibt erschreckend harte Regeln und Gesetze. Die M\u00e4dchen tauschen sich aus, wie sie weiter ihr Gewicht reduzieren k\u00f6nnen, geben sich Tipps zum besseren Erbrechen. Es werden verschiedene Di\u00e4ten wie \u201eRegenbogendi\u00e4t und Knastdi\u00e4t\u201c gezeigt, erkl\u00e4rt wie Watteb\u00e4usche getr\u00e4nkt mit Orangensaft das Hungergef\u00fchl d\u00e4mpfen k\u00f6nnen. Zahlreiche Anleitungen und Tagespl\u00e4ne zur sportlichen Bet\u00e4tigung werden mitgegeben, wobei die erschreckend dominierende Grundhaltung &#8211; nur wer abnimmt ist gut &#8211; sich wie ein roter Faden durch alle Anleitungen zieht.<\/p>\n<p><strong>Ursachen<\/strong><\/p>\n<p>An der Entstehung einer Magersucht sind viele Faktoren beteiligt. Eine genetische Disposition gilt mittlerweile als wahrscheinlich. Bestimmte individuelle Verhaltensweisen k\u00f6nnen bei magers\u00fcchtigen Patientinnen immer wieder beobachtet werden. Sie haben Schwierigkeiten bei Entwicklungsaufgaben wie der Verselbstst\u00e4ndigung. Es handelt sich meist um eher angepasste, gut erzogene Kinder, die Probleme im Aufbau eines starken Selbstwertgef\u00fchls zeigen. Es ist eine sogenannte \u201egood girls Krankheit\u201c. Zudem zeigen sich famili\u00e4re Leistungsorientierung und Anpassung, Betonung von gutem Aussehen, Fitness und schlanker Figur, was den kulturellen und gesellschaftlichen Zeitgeist widerspiegelt.<\/p>\n<p>Schlankheit, Fitness und ausgewogene Ern\u00e4hrung gelten als Ausdruck von Wohlstand, Bildung und kulturellem Hintergrund. Gerade M\u00e4dchen sind in ihrer Entwicklung diesem gesellschaftlichen Druck st\u00e4rker ausgeliefert und erfahren in der labilen Zeit der Pubert\u00e4t gerade heutzutage Anerkennung \u00fcber ihre schlanke Figur, was zur ersten Di\u00e4t und anschlie\u00dfendem Einstieg in die Magersucht f\u00fchren kann. Ab dann herrscht das Diktat der Waage. Famili\u00e4re Belastungen, Spannungen und traumatische Erlebnisse erh\u00f6hen die pers\u00f6nliche Anf\u00e4lligkeit.<\/p>\n<p><strong>Therapie<\/strong><\/p>\n<p>Trotz vielf\u00e4ltiger Bem\u00fchungen versterben noch immer ca. 6 bis 18 Prozent der Patientinnen an den Folgen dieser Erkrankung, wobei die Dunkelziffer wahrscheinlich noch h\u00f6her ausf\u00e4llt, da sehr oft eine andere Diagnose auf dem Totenschein vermerkt sein wird, die eigentliche Ursache nicht erkannt oder verkannt wird.<\/p>\n<p>Eine ambulante Therapie empfiehlt sich nur in den Anf\u00e4ngen und bei mildem Verlauf. Ansonsten muss eine station\u00e4re Unterbringung in einer jugendpsychiatrischen Einrichtung mit verschiedenen Therapieans\u00e4tzen und \u2013formen empfohlen werden. Begleitende Elternberatung bzw. Familientherapie hat sich als eine wichtige S\u00e4ule der Behandlung erwiesen. Die Therapie erstreckt sich meist \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum.<\/p>\n<p><strong>Verlauf<\/strong><\/p>\n<p>Es zeigen sich unterschiedliche Verl\u00e4ufe. Bei knapp der H\u00e4lfte der Patientinnen bilden sich die Symptome dauerhaft zur\u00fcck, so dass von einer Heilung gesprochen werden kann. Bei einem Drittel kann zumindest eine Besserung erreicht werden. Bei ca. 20 Prozent bildet sich eine chronische Form der Magersucht, die auch in eine vor\u00fcbergehende oder stabile Bulimie \u00fcbergehen kann.<\/p>\n<p>Bei Verdacht auf Magersucht sprechen Sie bitte Ihren Kinderarzt an, um die richtigen Ma\u00dfnahmen abzuw\u00e4gen und einzuleiten, wie zum Beispiel ambulante oder station\u00e4re Behandlung. Bei schweren k\u00f6rperlichen Symptomen muss meist erst eine k\u00f6rperliche Stabilisierung in einer Allgemeinklinik erfolgen. Erst danach kann die eigentliche Behandlung der Erkrankung in darauf spezialisierten Einrichtungen beginnen.<\/p>\n<p>Ihre<br \/>\nBarbara Knoblauch \u2013 Dipl. Psych.\/Psychotherapeutin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMeine Suppe ess ich nicht\u201c &#8211; Lesen Sie hier den 3. und letzten Teil unserer Serie &#8222;Magersucht\/Anorexia nervosa&#8220; von unserer kompetenten Expertin Barbara Knoblauch \u2013 Dipl. Psych.\/Psychotherapeutin.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":12450,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[3628,3363],"class_list":["post-12452","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-lifestyle","tag-anorexia-nervosa","tag-magersucht"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-30 06:39:22","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12452"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12452\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":53733,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12452\/revisions\/53733"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12450"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}