{"id":1161,"date":"2015-10-02T11:41:41","date_gmt":"2015-10-02T09:41:41","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.10.16\/newsportal\/stadtzeitung\/index.php\/2015\/08\/10\/hand-auf-s-herz-interview-mit-martin-bang\/"},"modified":"2025-02-26T13:02:03","modified_gmt":"2025-02-26T12:02:03","slug":"hand-auf-s-herz-interview-mit-martin-bang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/2015\/10\/02\/hand-auf-s-herz-interview-mit-martin-bang\/","title":{"rendered":"Martin Bang: Wuppertal befindet sich auf der \u00dcberholspur"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_45301\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 1023px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-45301\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_8583_a-2-1013x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"1013\" height=\"1024\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Martin Bang, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wuppertal Marketing GmbH &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Stadtmarketing: Wie w\u00fcrden Sie Ihre Aufgabe in drei S\u00e4tzen definieren?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eMeine Aufgabe ist sehr komplex. Als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bin ich verantwortlich f\u00fcr die Finanzen einer GmbH. Inhaltlich gibt es zwei Zielrichtungen f\u00fcr uns. Unser Wirken nach innen, indem wir diese Stadt unseren Wuppertalern n\u00e4her bringen und dazu beitragen, dass sie stolz auf ihre Stadt sind und gerne hier leben. Und dann gibt es unser Wirken nach au\u00dfen. Da wollen wir nat\u00fcrlich unsere St\u00e4rken hervorheben, um Wuppertal noch mehr Gewicht zu verleihen und um unsere Stadt wieder als Oberzentrum einer Region zu positionieren. Denn Wuppertal war lange Oberzentrum dieser Region.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ist heutzutage Stadt-Marketing ohne die Unterst\u00fctzung der ans\u00e4ssigen Unternehmen noch m\u00f6glich?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201e\u00dcberhaupt nicht! Nicht nur, was das Finanzielle angeht. Man braucht vielmehr die R\u00fcckendeckung der Unternehmen, f\u00fcr die Themen die man kommuniziert , die Aufgaben, die im Fokus sind. Nat\u00fcrlich sind auch die Geld-Mittel wichtig, die wir bekommen. Ich denke da an den \u201eLangen Tisch\u201c. Den haben die Wuppertaler Unternehmen mit rund 300.000 \u20ac gesponsert und uns damit sehr dabei geholfen, Stadtmarketing nach innen machen zu k\u00f6nnen. Denn der \u201eLange Tisch\u201c hat eine tolle Wirkung nach innen. Er macht stolz, er macht gl\u00fccklich und er vermittelt den Wuppertalern ein Gemeinschaftsgef\u00fchl. \u00dcber 450 verschiedene Gruppen, Vereine und Institutionen haben mitgemacht und das bunte Leben im Tal gezeigt.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie gro\u00df sehen Sie da die Gefahr der Einflussnahme aus der Wirtschaft?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eSie ist in unserem Falle absolut gering. Wir haben einen sehr offenen Dialog mit den Unternehmern, die uns unterst\u00fctzen. Wir besitzen einen Aufsichtsrat, der sich aus drei Mitgliedern der Verwaltung und Politik und aus sieben Mitgliedern aus der Wirtschaft zusammensetzt. Unter uns findet ein offener und konstruktiver Austausch statt. Denn wir haben alle ein gemeinsames Ziel, n\u00e4mlich Wuppertal nach vorne zu bringen und Wuppertal zu entwickeln. So definieren wir uns immer \u00fcber das gemeinsame Ziel. Das sind die Leitplanken, die wir uns gesetzt haben, in denen k\u00f6nnen wir uns frei bewegen.<\/p>\n<p><strong>DS: Kommen Sie sich nicht manchmal vor wie ein Zauberer, weil von Ihnen Wunderdinge verlangt werden, obwohl kaum Geld daf\u00fcr in der Kasse ist?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang (lacht): \u201eDa ich Gott sei dank das Zaubern zu meinen Hobbys z\u00e4hle, bin ich es ja auch gewohnt, zu zaubern. Nat\u00fcrlich ist alles einfacher mit Geld. Aber es macht die Sache nicht unbedingt besser. Geld deckelt n\u00e4mlich oft die Phantasie zu. Wir versuchen viele Ideen umzusetzen, indem wir Kooperationen eingehen. Wir versuchen, viele Projekte mit Partnern auf den Weg zu bringen. Und wir haben auch gelernt, mit einem kleinen Budget, gr\u00f6\u00dfere Projekte zu stemmen. Uns ist inzwischen gelungen das Geld-Ausgeben zu optimieren, indem wir \u00fcberall unser Einsparpotential nutzen. Das sind wir unseren Partnern ja auch schuldig. Wir bekommen das Geld ja anvertraut, um damit das Optimum f\u00fcr unsere Stadt herauszuholen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Kommt es Ihnen als Stadtmarketing-Mann zugute, dass Sie urspr\u00fcnglich aus der freien Wirtschaft kommen?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201cJa absolut! Ich habe dort ja gelernt, geld- und zeitoptimiert zu denken, das wird in der freien Wirtschaft gefordert. Da muss man mit den Ressourcen sehr effektiv umgehen. Diese Strukturen sind auch beim Marketing f\u00fcr Wuppertal wichtig, aber hier m\u00fcssen wir zum Gl\u00fcck nicht Gewinnmaximierung betreiben. Wir setzen das verdiente Geld wieder f\u00fcr die Image-Steigerung unserer Stadt ein.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Werden Sie nicht von den Kollegen in anderen St\u00e4dten f\u00f6rmlich beneidet \u2013 allein schon wegen des imposanten Alleinstellungsmerkmals Schwebebahn?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eDas ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite beneiden uns meine Kollegen, weil wir auf gro\u00dfe Erfolge verweisen k\u00f6nnen, was die Zahl der Tagestouristen angeht. Hier ist die Fahrt mit der Schwebebahn immer ein Reisegrund, h\u00e4ufig auch im Zusammenhang mit dem Besuch unseres wunderbaren Zoos oder den weit \u00fcber Wuppertal bekannten Kulturhighlights. Weiterhin verkaufen wir vielfach mehr Souvenirs als andere St\u00e4dte, auch hier alles rund um die Schwebebahn. Auf der anderen Seite sind wir immer wieder durch Medienberichte, die Wuppertal als arme, hochverschuldete Stadt darstellten, negativ in den Fokus geraten. Das ist die Kehrseite. Aber ohne Frage ist die Schwebebahn ein toller Werbetr\u00e4ger. Unsere Kaiserwagen-Fahrten sind immer ausgelastet. Das ist ein Selbstl\u00e4ufer. Und jetzt freuen wir uns alle darauf, dass die neuen hochmodernen Wagen kommen. Das wird uns noch einmal einen Schub geben.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_45302\" class=\"wp-caption alignnone\" style=\"max-width: 682px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-45302\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/IMG_8569_a-2-1024x643.jpg\" alt=\"\" width=\"672\" height=\"422\" \/><span class=\"wp-caption-text\">Marting Bang &#8211; Chef der Wuppertal Marketing GmbH &#8211; \u00a9 Dirk Sengotta<\/span><\/div>\n<p><strong>DS: Hand auf\u2019s Herz: Glauben Sie, dass die Stadt Wuppertal demn\u00e4chst auch durch eine Seilbahn geschm\u00fcckt wird?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eIch w\u00fcrde es mir w\u00fcnschen. Stellen Sie sich 2022 die Schlagzeile vor: \u201aWuppertal, die Stadt mit der historischen und modernen Schwebebahn und der innovativen Seilbahn\u2018. Das w\u00fcrde haargenau in ein zukunftsorientiertes Nahverkehrskonzept passen. Die Seilbahn ist ja nicht als Freizeit- und Touristen-Attraktion geplant. Wuppertal w\u00fcrde mit diesem vision\u00e4ren Nahverkehrskonzept im In- und Ausland ein ganz modernes Gesicht erhalten. Das w\u00fcrde das Image unserer Stadt enorm steigern. Ich kann aber auch die Kritiker verstehen, die keinen riesigen Stahl-Mast neben ihrem Garten haben wollen. Bei einem komplexen Zusammenleben wie in einer Gro\u00dfstadt wird es immer eine Gruppe geben, die sich von irgendwelchen Bauma\u00dfnahmen\u00a0benachteiligt f\u00fchlt. Ich bin einmal gespannt, welche Ma\u00dfnahmen die Stadtwerke ergreifen, um die Kritiker umzustimmen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Alle Wuppertaler sind stolz auf die Schwebebahn. Glauben Sie denn, dass es heute \u00fcberhaupt noch m\u00f6glich w\u00e4re, ein solches Jahrhundertwerk zu realisieren?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eNie und nimmer. Heute wird ja jedes Gro\u00dfprojekt zerredet. Jedes Projekt hat Gegner, die sich formieren und das geht allein wegen des Internets sehr schnell. Aber die Mentalit\u00e4t, gegen etwas zu sein und sich nicht \u00e4ndern zu k\u00f6nnen oder zu wollen, hat schon zugenommen. Unsere Schwebebahn w\u00e4re heute nicht mehr zu realisieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Ihnen als Marketing-Mann, der f\u00fcr die Au\u00dfendarstellung der Stadt Wuppertal zust\u00e4ndig ist, m\u00fcssten sich doch eigentlich die Haare kr\u00e4useln, wenn Sie an die Widerst\u00e4nde denken, die dem geplanten Outlet-Center, das viele B\u00fcrger anderer St\u00e4dte nach Wuppertal locken w\u00fcrde, entgegen gesetzt werden?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eIch pers\u00f6nlich bin ein Bef\u00fcrworter des Outlet-Centers. Es kommt im Detail aber sehr stark auf den Branchen-Mix an, der sich im FOC etablieren wird. Und \u00fcberaus wichtig wird sein, wie wir den Anschluss des Outlet-Centers an die Elberfelder Innenstadt hinbekommen. Da kann ich den Einzelhandel in seiner Sorge sehr gut verstehen. Wir m\u00fcssen die Chance gemeinsam nutzen, Menschen die von au\u00dferhalb nach Wuppertal kommen, um im FOC einzukaufen, danach in die City zu leiten. Ein Outlet-Center darf eine funktionierende Innenstadt nicht gef\u00e4hrden oder gar ersetzen. Die Poststra\u00dfe Richtung Neumarkt muss als Verbindungs-Achse entsprechend kundenfreundlich entwickelt werden. Wir werden mit Wuppertal Touristik wieder an unseren alten Standort am D\u00f6ppersberg zur\u00fcckziehen. Dort werden wir die G\u00e4ste empfangen um mit ihnen ins Gespr\u00e4ch zu kommen und sie von unserem hochwertigen Einzelhandel und unserer facettenreichen Gastronomie zu \u00fcberzeugen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wie stehen Sie \u201aOnline-City\u2018 gegen\u00fcber?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eDas finde ich sehr spannend. Viele andere St\u00e4dte schauen deswegen auf uns. Da l\u00e4uft noch nicht alles glatt, aber das ist nun einmal so, bei einer v\u00f6llig neuen Sache. Ich bin sehr interessiert, wie das \u201eRetail-Lab\u201c anl\u00e4uft, das Verkaufs-Labor in der Rathaus-Galerie, wo Kunden, die Artikel, die sie kurz zuvor online bestellt haben, auf dem Nachhauseweg abholen k\u00f6nnen. Online-City ist auch f\u00fcr den Wuppertaler Einzelhandel eine gro\u00dfe Chance, mit dem Internet Umsatz zu machen. Und auch die Rathaus-Galerie profitiert davon.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: F\u00fchlen Sie sich eigentlich manchmal von der Politik vereinnahmt?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eGanz klares Nein! Die Politik vertraut uns und unserer Qualit\u00e4t. Und quer durch die Parteien haben ja alle das erkl\u00e4rte Ziel, Wuppertal zu f\u00f6rdern. Es gibt Diskussions-Anst\u00f6\u00dfe, Bitten und Anregungen von Seiten der Politik. Mehr auch nicht!\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Stadtmarketing, eine ehrenvolle Aufgabe, eine schwierige Aufgabe. Was ist das schwierigste daran?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eNeben den finanziellen Rahmenbedingungen ist das f\u00fcr mich pers\u00f6nlich der Zeitfaktor. Das liegt aber an mir. Ich bin sehr neugierig und lasse mich schnell von Themen begeistern. Und wenn sich Wuppertal mit der Dynamik ver\u00e4ndert, wie es das gerade tut, landen viele Themen fast zwangsl\u00e4ufig auf meinem Schreibtisch. . Mich da selbst zu z\u00fcgeln, das f\u00e4llt mir schwer.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Und da k\u00f6nnen Sie dann nicht einfach mal abschalten?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eDa ich in der Stadt lebe und meine Freizeit auch meistens dort verbringe, vermischt sich halt Arbeit und Freizeit enorm. Ich kann nicht sagen, dass ich nicht abschalte, aber wenn ich mit meiner Frau \u00fcber die Nordbahntrasse fahre, sonntags auf der Hardt im Caf\u00e9 Elise Kaffee trinke, durch die Barmer Anlagen spaziere, oder nur \u00fcber dem Bayerwerk hinweg schwebe und die Investitionen dort sehe, dann denke ich zwangsl\u00e4ufig immer wieder an den Job, freue mich \u00fcber die Entwicklung in den letzten Jahren und \u00fcberlege, wie wir das Eine oder Andere besser vermarkten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Gib es einen Gradmesser, eine Richter-Skala, an der Sie die Effizienz Ihrer Arbeit ablesen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eLeider kaum! Es gibt nat\u00fcrlich gewisse Gradmesser. Ich kann unsere wirtschaftliche T\u00e4tigkeit messen, wie viel mehr G\u00e4ste wir pro Jahr in unsere Stadt locken. Ich kann \u00fcberpr\u00fcfen, wie viele Wuppertal-Produkte wir pro Jahr mehr verkaufen oder wie sich die Zahl der Anfragen bei Wuppertal Touristik entwickelt. Wir haben jedes Jahr 20 bis 30 Prozent mehr Umsatz im Bereich Tourismus. Der Image-Ggewinn ist leider mit unseren Mitteln nicht messbar. Wir beobachten nat\u00fcrlich die St\u00e4dte-Rankings. Wir sind sicher, dass auch unsere Arbeit einen Teil dazu beigetragen hat, dass sich Wuppertal 2014 im gro\u00dfen St\u00e4dte-Test der Wirtschaftswoche im Jahr 2014 Wuppertal im Dynamik-Ranking um 12 Pl\u00e4tze verbessert hat.&#8220;<\/p>\n<p><strong>DS: Wie wichtig w\u00e4re es f\u00fcr Wuppertal, wenn sein sportliches Aush\u00e4ngeschild wie der WSV wieder in der 3. oder sogar in der 2. Bundesliga spielen w\u00fcrde?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eDas w\u00e4re nat\u00fcrlich ein Traum. Sport ist ein sehr guter Image-Tr\u00e4ger. Sport macht eine Stadt bekannt. Wenn man sich Hoffenheim und Heidenheim oder andere Vereine aus der ersten oder zweiten Fu\u00dfball-Bundesliga anschaut. Diese St\u00e4dte w\u00e4ren doch alle nicht so bekannt geworden, h\u00e4tten sie in Sachen Sport nicht so einen Erfolg gehabt. Ich freue mich \u00fcber den Handball-Bundesligisten BHC, der ja schon das Image der Stadt steigert und Menschen aus Hamburg, Kiel, Flensburg oder Magdeburg nach Wuppertal zieht. Aber Fu\u00dfball ist ja noch ganz anders fokussiert, das schl\u00e4gt sich schon allein in der Medien-Pr\u00e4senz nieder. Also ich w\u00fcrde mich \u00fcber den einen oder anderen WSV-Aufstieg riesig freuen.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Tut es Ihnen als Stadtmarketing-Mann nicht in der Seele weh, wenn ein renommierter und erfolgreicher Koch wie Volker Mehl oder ein Theatermacher wie Thorsten Hamer wegen der B\u00fcrokratie die Segel streichen muss?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eVeto, Euer Ehren! Nat\u00fcrlich tut mir das weh, wenn solche Pers\u00f6nlichkeiten aufgeben oder in andere St\u00e4dte abwandern. Ddaf\u00fcr gibt es aber auch Gr\u00fcnde, die nichts mit B\u00fcrokratie, schon gar nicht mit st\u00e4dtischer B\u00fcrokratie oder mangelnder Kooperationsbereitschaft der Stadt Wuppertal zu tun haben. Die Stadtverwaltung macht in vielen Bereichen einen richtig guten Job. Aber wenn einige Unternehmer aus einem Tunnelblick heraus im Vorfeld einige Sachverhalte nicht richtig einordnen und Regeln missachten, sind sie selbst Schuld an dem Dilemma. Viele Verordnungen im Gastronomie-Bereich sind ohnehin vom Land NRW erlassen, da hat die Stadt Wuppertal dann \u00fcberhaupt nichts mit zu tun.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Wenn jetzt die ber\u00fchmte Fee um die Ecke k\u00e4me, um Ihnen 5 Millionen Euro in die Hand zu dr\u00fccken, was w\u00fcrden Sie mit dem Geld anstellen?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eIch w\u00fcrde langfristig damit unter anderem eine Kampagne finanzieren, mit der wir Wuppertal au\u00dferhalb der Stadt als idealen Lebensraum f\u00fcr Familien pr\u00e4sentieren k\u00f6nnten. Wuppertal ist eine Stadt der Bildung. Das Geb\u00e4udemanagement der Stadt Wuppertal hat in den letzten Jahren systematisch die Schulen und Kinderg\u00e4rten saniert. Die Gesamtschule Barmen hat in diesem Jahr den deutschen Schulpreis gewonnen. Unsere Junior Universit\u00e4t strahlt weit \u00fcber die Grenzen der Region und die Studentenzahlen der Bergischen Universit\u00e4t steigen stetig. Wir haben eine technische Akademie und eine private Hochschule. Wuppertal ist die gr\u00fcnste Gro\u00dfstadt Deutschlands mit einem hohen Freizeitwert, tollen Parkanlagen und einer wunderbaren Nordbahntrasse. Wuppertal besitzt ein hervorragendes Preis-Leistungsverh\u00e4ltnis, was Wohnungen und Grundst\u00fccke angeht. Hier k\u00f6nnen junge Familien noch Kapital bilden. Wuppertal ist ein funktionierender Wirtschaftsstandort, deren Familienunternehmen und gro\u00dfe Konzerne sichere Arbeitspl\u00e4tze und gute Ausbildungsm\u00f6glichkeiten bieten.\u00a0Mit diesen Dingen, gew\u00fcrzt mit unseren Kulturhighlights, mit Wuppertal als Einkaufsstadt und mit Wuppertal als sichere Gro\u00dfstadt, w\u00fcrde ich gerne im Rheinland, in D\u00fcsseldorf und K\u00f6ln f\u00fcr Wuppertal werben.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Events &amp; Projekte wie \u201eDer lange Tisch\u201c, \u201eWuppertal Botschafter\u201c, \u201eFilm-Stadt Wuppertal\u201c, \u201eWuppertal 24h live\u201c sind echte Renner. Welche neuen Highlights sind denn f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit geplant?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eIm Zuge der Strategie 2025 plant das Kulturb\u00fcro mit unserer Unterst\u00fctzung ein Kultur-Festival auf der Nordbahntrasse. Arbeitstitel: \u201922 Kilometer Kultur-Festival\u2019. Spannende Aufgabe: Wie schaffen wir es, die Nordbahntrasse als Kultur-Achse zu platzieren und sie als verbindendes Element zwischen dem Ruhrgebiet und der Rheinschiene zu nutzen?\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Worum beneiden Sie die Marketing-Leiter in den gro\u00dfen Industrie-Unternehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eEs ist einfacher ein Produkt erfolgreich zu platzieren und zu vermarkten. Ein Marketing-Mann in der Industrie braucht sich um Themen wie Qualit\u00e4t, Sicherheit oder Inhaltsstoffe seines Produkts gar nicht zu k\u00fcmmern. Beim Stadtmarketing gibt\u2019s so viele Unabw\u00e4gbarkeiten, die Sie gar nicht beeinflussen k\u00f6nnen. Steht zum Beispiel in der S\u00fcddeutschen Zeitung ein negativer Artikel \u00fcber die Stadt Wuppertal, z.B. \u00fcber die Scharia-Polizei, k\u00f6nnen Sie mit Ihrer Image-Kampagne wieder ganz von vorn anfangen. Und au\u00dferdem steht meinen Kollegen in der freien Wirtschaft &#8211; sallop gesagt &#8211; einfach viel mehr \u201eKohle\u201c zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><strong>DS: Welche Hobbyes haben Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Martin Bang: \u201eIm Augenblick ist der Beruf mein Hobby. Aber ansonsten koche ich sehr gern, ich gehe dreimal in der Woche ins Sportstudio. Und das Zaubern. Dazu bin eigentlich durch eine sehr traurige Geschichte gekommen. In den 90er Jahren habe ich an einigen Hilfskonvois nach Bosnien teilgenommen. Dort waren wir in einem Kinderheim nahe der kroatischen Grenze. Die Kinder zeigten uns selbstgezeichnete Bilder, auf denen sie dargestellt hatten, wie ihre Eltern ermordet wurden. Das ging mir so nahe, dass mir auf der R\u00fcckfahrt klar wurde, dass wir diesen Kindern beim n\u00e4chsten Besuch unbedingt Lebensmittel und Lebensfreude mitbringen mussten. Da habe ich mit dem Zaubern angefangen, um bei unseren n\u00e4chsten Besuchen in Bosnien Zirkus-Vorstellungen geben zu k\u00f6nnen. Und das Tolle war, die Kinder haben dann nicht mehr ihre toten Eltern gemalt, sondern mich beim Zaubern auf der B\u00fchne. Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.\u201c<\/p>\n<p><strong>DS: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Interview f\u00fchrte Peter Pionke<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Martin Bang &#8211; Fragen zur Person:<\/strong><\/p>\n<p>Geboren: 04.04.1962<br \/>\nIn: Wuppertal<br \/>\nSchulbildung: Abitur<br \/>\nErlernter Beruf: Diplom-Geograph<br \/>\nVerheiratet: Seit 1996<br \/>\nName Ehefrau: Claudia<br \/>\nNamen &amp; Alter der Kinder: Yannick (18) &#8211; Antonia (16)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entweder &#8211; oder?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Brauhaus-Bier oder Liwo? \u00a0<\/strong> \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Brauhaus-Bier<\/p>\n<p><strong>Schwebebahn oder Bus? \u00a0<\/strong> \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Schwebebahn<\/p>\n<p><strong>WSV oder BHC? \u00a0<\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0WSV<\/p>\n<p><strong>Zeitung oder Buch?<\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Zeitung<\/p>\n<p><strong>Shoppen in Elberfeld oder Barmen?<\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Egal<\/p>\n<p><strong>Ikea oder FOC? \u00a0<\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Beides<\/p>\n<p><strong>Oper oder Schauspiel?<\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0Eher Schauspiel<\/p>\n<p><strong>Hardt oder Barmer Anlagen?<\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Beides<\/p>\n<p><strong>Rex oder CinemaxX? \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Rex<\/p>\n<p><strong>Bergische Tafel oder Kottenbutter? \u00a0<\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Zu unterschiedlichen Uhrzeiten beides<\/p>\n<p><strong>Ann-Kathrin Kramer oder Lore Duwe? \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Lore Duwe &#8211; unser Original &#8211; aber auch<br \/>\nan Ann-Kathrin Kramer sehe ich gern im TV<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt kaum eine Veranstaltung, ein Jubil\u00e4um oder ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem einem Martin Bang nicht \u00fcber den Weg l\u00e4uft. Immer mit einem freundlichen L\u00e4cheln und einen einem lockeren Spruch auf den Lippen. Der Vollblut- Wuppertaler liebt und lebt seinen Job als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wuppertal-Marketing GmbH.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":1159,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[734,418],"class_list":["post-1161","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wuppertal","tag-martin-bang","tag-stadtmarketing-wuppertal"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-23 17:23:11","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1161"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1161\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45304,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1161\/revisions\/45304"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1159"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.die-stadtzeitung.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}