22. Januar 2023

Jan Filipzik: Von Eindrücken, Reisenden und Plänen

Sie sind auf dem Weg, sich ihren grossen Traum zu erfüllen - die Unternehmensberaterin Lena Lichterbeck und der Berater Jan Filipzik, Ex-Chefredakteur des Wuppertaler Magazins "talwärts". Die beiden haben ihre gemeinsame Wohnung aufgegeben und sind unterwegs auf großer Weltreise. Wir begleiten Lena und Jan. Zur Zeit sind sie in Malaysia unterwegs.

Lena und Jan in Georgetown, Hauptstadt der Insel Penang (Malaysia) – © reisen-ist.jetzt

Und dann sitzen wir am Straßenrand mitten in Georgetown an einem kleinen Tisch, vor uns ein Reisgericht mit Gemüse, getoppt mit grünen Chilis, mit uns am Tisch ein nettes Pärchen, sie aus Italien, er aus Hongkong, und reden über das Reisen, über Ziele, tauschen Tipps aus und entdecken Gemeinsamkeiten. 

Zuvor haben wir uns in einer Bar lange mit Heike unterhalten, die eigentlich nur nach dem Weg fragen wollte, eine Rentnerin, der man das Rentnerdasein nicht im Ansatz ansieht und die beschlossen hat, mit ihrer freien Zeit die Welt auf eigene Faust zu erkunden. Heike ist ein großer Asien-Fan, nennt uns eine ganze Reihe von Orten, die wir uns unbedingt anschauen sollten, und wir bekommen Lust auf den Norden Thailands, auf eine Bootstour über den Mekong, hinein nach Laos, wo es wunderbare Natur geben soll.

In Lenas & Jans Reiseblog „reisen-ist.jetzt – Unterwegs ist da, wo wir sind“ finden Sie noch viel mehr Fotos, Infos und Impressionen:

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Später, zurück am Hostel, treffen wir auf Astrid und Christian, zwei Radreisende aus dem Norden Deutschlands, die mit ihren Rädern schon wahnsinnig viel erlebt haben (hier geht es zu ihrem Blog hansetrail) und die uns unter anderem den Oman ans Herz legen. Und Georgien. Und überhaupt sollen auch Usbekistan und Kirgisistan tolle Reiseländer sein – und unsere Augen fangen vor Begeisterung an zu leuchten.

Es sind Momente wie diese, in denen mir klar wird und ich fühle: Wir sind jetzt wirklich auf Weltreise. Das hier ist kein klassischer Backpacking-Urlaub. Stattdessen werden wir die Zeit haben, das alles noch zu sehen und zu erleben, wenn wir möchten. Die Liste mit Zielen wird immer länger, plötzlich ist auch Afrika ein Thema – und wir wissen, dass wir uns in den nächsten Wochen einmal hinsetzen werden, um unsere Optionen auszuloten. 

 

Mossy Forest, der Wald, in dem die Bäume mit Moos bewachsen sind – © Reisen-ist.jetzt

Schauen, wo es gute Verbindungen gibt, wo das Klima passt und was wir unbedingt noch sehen möchten. Dabei habe ich das Gefühl, jetzt schon so viel erlebt zu haben, dass es fast schon für einen eigenen Reiseführer reichen würde. Und das nach gerade einmal zweieinhalb Wochen.

Da sind zum Beispiel die Cameron Highlands, zu denen wir von Melaka aus fahren. In Tanah Rata, einer tollen Stadt, um die Highlands zu erkunden, bleiben wir fünf Nächte. Hier, auf 1.400 bis 2.000 Metern Höhe ist es deutlich kälter als im Flachland, abends kommen unsere langen und warmen Kleidungsstücke zum Einsatz, die nun endlich nicht mehr sinnlos im Rucksack liegen.

Die Highlands sind einfach nur schön. Es gibt riesige Teeplantagen in einer eindrucksvollen Landschaft, schöne, lokale Märkte mit frischem Obst und Gemüse – und natürlich auch den obligatorischen Plastikspielsachen – streichelbare Schafe und vor allem ganz viele Möglichkeiten zu wandern. Was wir auch ausgiebig machen, denn wir erkunden fast alles zu Fuß.

Mein Highlight ist definitiv der Mossy Forest, ein Wald rund um den höchsten Berg der Highlands, mit bemoosten Bäumen und tiefstem Dschungel soweit das Auge reicht. Hier laufen wir einen Trail, der eigentlich noch gesperrt ist, aber auf eigene Gefahr dürfen wir ihn dann doch gehen – und ich bereue keinen Meter, auch wenn es steil, schlammig, rutschig und feucht-schwül ist. Denn das Gefühl, ganz allein im Dschungel zu sein, habe ich so noch nie gehabt, es ist schlicht beeindruckend.

Georgetown – © reisen-ist.jetzt

Genauso schön ist es dann aber auch, wenige Tage später in Georgetown auf der Insel Penang zu sein, eine Stadt, in die ich mich auf Anhieb ein bisschen verliebe und die bislang – auch mit dem, was ich von anderen Reisen kenne – zu meinen Lieblingsstädten in Asien zählt.

Georgetown ist wie Kuala Lumpur ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen. Hier laufen wir durch die Gassen, unter einem Dach chinesischer Lampions, während der Muezzin zum Gebet ruft und wir gerade noch indisch gefrühstückt haben, natürlich stilecht mit den Händen und ohne Besteck. Abends sitzen wir in kleinen Bars, trinken ein kühles Bier, beobachten die vorbeigehenden Touristen, ab und zu fällt ein Schauer, für den wir uns dann unter das ein oder andere Vordach quetschen und geduldig abwarten. 

Ansonsten ist es warm und schwül und in den Nächten sind wir froh, dass unser kleines Zimmer im Hostel eine Klimaanlange hat. Auch in Georgetown erkunden wir fast alles zu Fuß, vorbei an buddhistischen und hinduistischen Tempeln, an Kirchen, schönen alten Straßenzügen, modernen Botschafter-Villen, durch die armenische Straße, von der niemand so genau weiß, warum sie eigentlich so heißt und ob hier wirklich einmal Armenier gelebt haben oder nicht. 

Lena Lichterbeck bestaunt die „Eiffelturm“ von Georgetown – © reisen-ist.jetzt

Spannend sind auch die sogenannten Jettys, Holzstege am Wasser mit kleinen, angrenzenden Hütten ebenfalls aus Holz, die nicht nur viele touristische Geschäfte beherbergen, sondern von den Einheimischen nach wie vor bewohnt werden. Wir nutzen die Zeit in Penang aber auch, um die nächsten Stationen unserer Reise zu planen. Buchen einen Bus und eine Fähre, weil wir nicht fliegen möchten, auch wenn es einfacher wäre, und zwei Unterkünfte. 

Einmal auf der nördlich von Penang gelegenen Insel Langkawi, wo es auch noch einmal viel zu sehen gibt. Und dann auf der Insel Koh Lipe, zu der wir von Langkawi aus mit dem Boot fahren werden und die dann schon auf tailändischem Gebiet liegt. 

Dort, das haben wir uns fest vorgenommen, werden wir einmal ein paar Tage die Beine hochlegen und nichts tun. Am Strand sein und die vielen Eindrücke der ersten Tage verarbeiten. Und Pläne schmieden für neue Erlebnisse.

Jan Filipzik

22.01.2023

Lena Lichterbeck: Ein kühles Bier erfrischt überall auf der Welt – © reisen-ist.jetzt

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