28. April 2020

Wuppertaler bauen Solarbrunnen in Mosambik

In Pembane (Mosambik) ist der Klimawandel bereits deutlich spürbar. Die anhaltende Dürre zwingt viele Bewohner inzwischen tagtäglich zu kilometerlangen Fußmärschen, um sich mit dem lebensnotwendigen Wasser zu versorgen. In dem ostafrikanischen Land hat mehr als die Hälfte der ländlichen Bevölkerung keinen oder nur begrenzten Zugang zu sauberem Wasser.

Einer der typischen Brunnen in Mosambik, die oft erst nach kilometerlangen Märschen erreichbar sind – © Enteria

So kann das nicht weitergehen, haben sich die ENTERIA Partner und der unternehmensnahe Investoren-Club gedacht und gemeinsam ein Pilotprojekt entwickelt. Ziel war es, die nachhaltige Energieversorgung in Deutschland mit einer gerechten Trinkwassergewinnung und -verteilung in Pembane zu koppeln. 

Aus diesem Denkansatz ist das „Mati Mati (Wasser Wasser) Projekt“ entstanden und steht für Regionen übergreifende Klimagerechtigkeit.

Mit dem Pumpenhersteller WILO, dem Aktion Afrika e.V., der iSAtech water GmbH und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) stehen der Wuppertaler ENTERIA engagierte Fachleute verschiedener Bereiche zur Seite.  

Im Mai 2020 ist es soweit. In Pembane wird ein Solarbrunnen in Betrieb genommen, der Grundwasser in einen zehn Meter hohen Wasserturm pumpt und das Dorf Pembane in einem Umkreis von 1,5 Kilometern mit frischem Grundwasser versorgt.

Für die Anwohner entsteht so ein deutlich verbesserter  und erleichterter Zugang zum Wasser. Sie können jetzt mit einer aufladbaren Chipkarte am Wasserkiosk kostengünstiges und vorgefiltertes Frischwasser zapfen. Kraftraubende und unhygienische Prozeduren fallen weg, wie auch die teils kilometerlange Fußmärsche mit schweren Gefäßen. Keine frage: Die Lebensqualität der Menschen steigt dadurch erheblich. 

Dank der Unterstützung des Gouverneurs, Daniel Di Chapo, und einer begleitenden Aufklärungskampagne stößt das Projekt laut einer Umfrage bereits vor Fertigstellung auf hohe Akzeptanz und vor allem auch auf Unterstützung der Einheimischen.

Das Brunnensystem ist wirtschaftlich selbsttragend angelegt und wird über die gemeinnützige ENTERIA Stiftung vor Ort betrieben. 

 Intelligente Abrechnungstechnologien, die die Enteria Gruppe nutzt, ermöglichen eine gerechtere Verteilung zum Grundrecht „Wasser“. Die geförderte Wassermenge wird an die Bedürfnisse in der jeweiligen Region angepasst. Durch Smartcards können die Bewohner registriert werden und haben künftig 24 Stunden Zugang zu qualitativ hochwertigem Wasser.

Für den nachhaltigen Betrieb sind die Anlagen leicht zu warten, Profite aus der Wasserversorgung hat das Unternehmen sich strikt verboten.  Es wird lediglich eine geringe Gebühr von 0,10 Metical (ca. 0,001€) pro Liter Wasser verlangt. Damit können die Wartungskosten finanziert werden.

Den Ingenieuren der ENTERIA schwebt ein skalierbares System vor. In Berlin haben sie deswegen den Anbieter für Prepaid Abgabesysteme, iSAtech water GmbH, beauftragt eine Cloud-Lösung zu entwickeln, wie die Solarparks des Unternehmens zur regionenübergreifenden Finanzierung weiterer Brunnensysteme beitragen können. Mit an Bord ist als leistungsstarker Partner auch die WILO SE, die Pumpen für das Pilotsystem zur Verfügung stellt.

Mit Solarenergie und Wasser sollen zwei der wichtigsten Grundlagen des Lebens in einem nachhaltigen und skalierbaren Wirtschaftskreislauf miteinander gekoppelt werden.

Prof. Eick Weber – © Enteria

 

ENTERIA Gründer Marc-Oliver Bruckhaus hält sich seit Mitte März in Mosambik auf, um die abschließenden Baumaßnahmen zu begleiten. Er rechnet damit, die digitalen Lösungen noch 2020 der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Prof. Emeritus Eicke Weber, Department of Materials Science, UC Berkeley, und ehemaliger Leiter des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, ist mit etwa 40.000 Zitierungen einer der führenden Materialforscher der Gegenwart. Er unterstützt ENTERIA: „Enteria ist ein technologisches Wachstumsprojekt für Klimagerechtigkeit und Zukunftssicherheit. Genau solche Projekte brauchen wir jetzt!“

www.enteria.org

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