17. April 2020

Zoo-Verband: Unsere Tiere brauchen dringend Hilfe!

Die Situation für die deutschen Zoos spitzt sich zu. Nach den ersten Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen haben nur wenige Bundesländer entschieden, Zoos und Tierparks nach dem 19. April wieder zu öffnen. Bei den Tiergärten in NRW bleiben die Tore noch verschlossen

Elefanten im Wuppertaler Zoo – © Grüner Zoo

 

Jörg Junhold, Präsident des Verbandes der Zoologischen Gärten, schlägt Alarm: „Nach dieser langen Schließzeit begrüßen wir es natürlich außerordentlich, wenn jetzt zumindest die Zoos in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz in der kommenden Woche wieder öffnen dürfen. Für alle anderen ist neben den fehlenden Einnahmen vor allem der fehlende verbindliche Zeitplan für eine Öffnung das größte Problem.“

Junghold weiter: „Bei allem notwendigen Schutz der Bevölkerung muss ein konkreter Plan her, wie die Zoos unter Auflagen wieder Besuchereinnahmen generieren können, um die seit mehr als vier Wochen laufenden Kosten für unseren wertvollen Tierbestand, das Personal und das Futter zu finanzieren. Wir können nicht einfach abschließen und abwarten.“

Ende März hatte der Verband unter anderem die Bundeskanzlerin mit der Bitte um ein Soforthilfe-Programm in Höhe von 100 Millionen Euro angeschrieben. Allerdings ist das Schreiben bisher größtenteils unbeantwortet geblieben und die bisher eingerichteten Rettungsschirme der Bundesregierung sind für die Zoos weitgehend nicht nutzbar.

Der Verband der Zoologischen Gärten, die Deutsche Tierpark-Gesellschaft und der Deutsche Wildgehege-Verband unterstützen daher die Initiativen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein und appellieren noch einmal dringend an die Bundesregierung und die Bundesländer, ein Soforthilfe-Programm für alle Zoos und Tierparks aufzulegen.

Zumindest Mecklenburg-Vorpommern beabsichtigt, den Zoos des Landes größere Teile ihrer monatlichen Fixkosten zu erstatten. Auch in Schleswig-Holstein soll ab der kommenden Woche die Möglichkeit für Tiergärten- und -parks bestehen, Anträge auf Soforthilfe zu stellen.

„Das sind gute Nachrichten, für die wir dankbar sind. Diese Maßnahmen könnten bundesweit als Vorlage dienen. Ich kann nur die absolute Dringlichkeit betonen“, sagt Verbandspräsident Junhold. „Unser Spielraum wird jeden Tag kleiner. Wir benötigen eine Planungsperspektive und finanzielle Unterstützung.“

Von der NRW-Landesregierung gibt es bislang kein Zeichen. Weder was ein Hilfsprogramm angeht, noch wann die Zoos in Wuppertal, Köln, Krefeld Gelsenkirchen, Dortmund etc. wieder öffnen dürfen.

Die Direktorin des Tiergartens in Neumünster (Schleswig-Holstein) hatte bereits besonders drastische Wege des Protests beschritten. Nach ihrer Aussage gab es dort  bereits eine, welche Tiere als erstes geschlachtet würden, um danach an andere Tiere verfüttert zu werden, falls sich die Lage nicht bessere.

Vermutlich handelte es sich dabei um einen besonders dramatischen Hilferuf. Denn eigentlich sind  Zoo dazu da, Tieren ein sicheres Leben zu garantieren und nicht, sie zu töten. Aber jetzt scheint das Problem gelöst, der Tiergarten darf wieder öffnen. Aber eben viele andere noch nicht!

So oder so: Finanzielle Hilfe brauchen die deutschen Zoo ganz dringend, um zu überleben. Jetzt, in dieser heiklen Situation sind die verantwortlichen Politiker gefordert – und nicht dann, wenn es darum geht ein Löwenbaby zu taufen…

 

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.