16. April 2020

Sorgen – aber noch hat Kristof Stößel den Humor nicht verloren

Das privat betriebene Theater "Stößels Komödie" am Karlsplatz leidet extrem unter der Coronakrise. Keine Vorstellungen, keine Einnahmen - aber laufende Kosten. Und Besserung ist (noch) nicht in Sicht. Kristof Stößel macht sich große Sorgen um sein Theater und um sein Ensemble. Aber noch hat der Theatermacher, Schauspieler und Regisseur seine Hoffnung und seinen Humor nicht verloren.

Ein Foto mit Symbolcharakter: Kristof Stößel in seinem – gezwungenermaßen – leeren Theater – © Stößels Komödie

 

Kristof Stößel gibt einen Einblick in sein Seelenleben: „Seit gestern wissen wir, dass wir bis 3. Mai weiterhin geschlossen bleiben müssen. Wir sagen jetzt alle geplanten Veranstaltungen bis Ende Mai ab. Für uns ist es schwer in den kurzen Abständen von 14 Tagen zu planen. Wir müssten Werbung machen und Tickets verkaufen und das geht nicht, mit nur ein paar Tagen Vorlauf.

Wir haben entschieden, dass wir mit einer Wiederaufnahme starten werden, da wir diese schnell wieder einproben können und auch die Kosten geringer sind. Somit können wir dann schnell reagieren, wenn es soweit ist. Wann das sein wird, weiß keiner! Wenn man Experten hört, gibt es die, die sagen, dass es dieses Jahr kein Theater mehr geben wird und andere, die auf den Sommer hoffen lassen. Das macht es nicht leichter.

Wir wollen im September das zweite Haus „KaBARett FLIN“ in Düsseldorf eröffnen, was zur Zeit auch geschlossen ist. Wir kämpfen so gut es geht, müssen aber auch die Möglichkeit besprechen, dass wir weder das eine, noch das andere Theater wieder eröffnen können. Die Soforthilfe ist bis heute nicht angekommen. Wir hoffen jeden Tag darauf und könnten damit zumindest eine kleine Weile weiter machen.

Wir haben alles was möglich ist, runtergefahren. Aber ein Privattheater hat nicht viele Rücklagen und kann eine solche Zwangspause auf Dauer nicht überleben.

Für meine Frau und viele unserer Schauspieler sieht es sehr schlecht aus. Der Fonds 2.000-Euro-Soforthilfe für Künstler der Landesregierung ist aufgebraucht. Rund 17.000 Anträge sind gestellt worden, von haben dann 2.500 Antragsteller Geld bekommen. Wir gehören leider nicht dazu. Und so bleibt dann für die meisten nur der Gang zu Hartz4, was aber auch seine Zeit dauert. Und mit dem wenigen Geld, das man dann schließlich erhält, kann man die Löcher, die jetzt schon groß sind, auch nicht stopfen.

Noch haben wir Spaß daran, kreativ zu sein und somit weiter in Kontakt mit unseren Gästen zu sein. Wir machen Talk Shows und Lesungen und haben auch ein Lied aufgenommen.

Dieses können Sie sich unter dem folgenden Link anschauen und anhören:

https://www.youtube.com/watch?v=Oy4xl4DmM_c

Das macht viel Spaß und hilft auch in dieser Lage. Unser Publikum gibt uns ein tolles Feedback und ist sehr froh, dass wir noch so aktiv und kreativ da sind. Wir haben in den letzten Wochen auch die Anzahl der Follower bei Facebook und Instagram erhöhen können und sind so nicht ganz von der Bildfläche verschwunden.

Unsere Fans und Gäste haben auch schon über 5.000 Euro gespendet und wir sind darüber unendlich dankbar! So etwas haben wir nicht erwartet, da bei Stadt, Land und Bund die reine Unterhaltung ja selten unterstützt wird und auch nicht als System relevant angesehen wird. Das Feedback der Menschen aus der Stadt ist da ganz anders. Das lässt hoffen und freut uns sehr.

Es gab einen kurzen Kontakt mit Oberbürgermeister Andreas Mucke. Kulturbüro und die Stadt sichert denen zu, die bisher schon unterstützt wurden, dass die Unterstützung bleibt. Da wir aber bisher nie unterstützt wurden, hat dies für uns leider keine Bedeutung.

Anonsten gibt es keine Nachfragen seitens der Stadt, des Kulturbüros oder der Stadtpolitik, wie es um uns steht. Das verwundert uns aber nicht wirklich, da wir darum seit Jahren umsonst kämpfen. Und warum sollte es jetzt in der Coronakrise anders sein? Einzig Marcel Hafke, der für die FDP im Landtag sitzt, hat sich bei uns mehrmals gemeldet und konnte auch helfen. Das hat mich persönlich sehr gefreut.

Mit komödiantischen Grüßen

Kristof Stößel“

www.stoessels-komoedie.de

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