24. März 2020

Wuppertaler Germanist zu Gast in Simbabwe

Die Übersetzung eines Kinderbuch-Klassikers stand im Mittelpunkt eines Workshops, den Dr. Bruno Arich-Gerz, Fachgruppe Germanistik an der Bergischen Universität Wuppertal, mit Studierenden an der University of Zimbabwe durchgeführt hat.

Prof. Arich Gerz mit Studierenden in Simbabwe – © Bergische Universität

Ermöglicht wurde der Aufenthalt durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der bereits 2018 den Besuch der afrikanischen Germanistik-Studierenden in Wuppertal gefördert hatte. Im Rahmen dieses Besuchs entstand auch die Idee, den Kinderbuch-Klassiker vom „Kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ aus dem Deutschen in die Sprache der größten simbabwischen Ethnie, Shona, zu übersetzen.

„Weitere Unterstützung haben wir vom Wuppertaler Peter Hammer Verlag erhalten, der uns Blanko-Dateien zur Verfügung gestellt hat, in die der übersetzte Text eingefügt und dann weiterverarbeitet wird. Am Ende könnte zum Beispiel ein e-Book dabei rauskommen“, überlegt Dr. Arich-Gerz. „Das wäre nicht die schlechteste Lösung für ein Land, in dem sich nur wenige junge Eltern ein gedrucktes Kinderbuch leisten können. Smartphones hingegen sind hier weit verbreitet.“

Bei dem Workshop in der Hauptstadt Harare stand nicht nur die Übersetzungsarbeit selbst an, auch die Übertragung in eine andere Kultur musste mitbedacht werden. „Wie reagiert man in Simbabwe auf die Geschichte von der üblen Tat, die den Maulwurf auf die Suche nach dem üblen Täter gehen lässt? Sind die tierischen Geschäfte in Wort und Bild vermittelbar an Kinder aus der Shona-Kultur? Wie vertraut sind die dargestellten Tiere, gibt es Schweine, Hasen und vor allem Maulwürfe auch in Simbabwe?“, fasst Dr. Arich-Gerz mögliche Fragestellungen zusammen.

Den angehenden Germanist*innen und Übersetzerinnen hat die Arbeit sichtlich Spaß gemacht. Nicht nur der unkonventionelle Umgang mit Deutsch als Fremdsprache kam gut an, auch andere Kompetenzen waren gefragt. „Eine Studentin kann zum Beispiel toll zeichnen“, erzählt Dr. Arich-Gerz, „sie ergänzte die Geschichte um Tiere aus der heimischen Fauna.“ Die Kurzzeitdozentur von Dr. Arich-Gerz an der University of Zimbabwe musste aufgrund der aktuellen Lage leider vorzeitig beendet werden.

Das Übersetzungsprojekt konnte aber in verkürzter Form zu Ende gebracht werden. „Die Shona-Version vom Kleinen Maulwurf liegt jetzt zur finalen Durchsicht bei der Head of German, Dr. Gwatirisa-Chikwangura. Wenn wir von ihr grünes Licht bekommen, tragen wir sie in die Blanko-Datei ein. Und dann schauen wir weiter“, so Dr. Arich-Gerz, „auch nach Förderern und Unterstützern von ‚Nyaya yekaNhuta kaitsvaga akanga azviita‘, wie der Titel des Buches übersetzt heißt“.

 

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