20. März 2020

„Wuppertaler Tafel“ muss wegen Corona schließen

Jetzt trifft das Coronavirus - zumindest indirekt - auch die Ärmsten der Armen der Stadt Wuppertal: Obdachlose und Menschen mit geringem Einkommen. Die "Wuppertaler Tafel" schliesst bis mindestens 14. April. Das bedeutet: Kein Frühstück, Mittag- und Abendessen für Bedürftige!

Macht sich inzwischen sehr große Sorgen: „Tafel“-Chef Wolfgang Nielsen – © Wuppertaler Tafel

 

Der Vorstand der Wuppertaler Tafel um den engagierten Vorsitzenden Wolfgang Nielsen hat auf einer Sondersitzung schweren Herzens beschlossen, wegen der Corona-Pandemie den Publikumsverkehr bis mindestens 14. April 2020 komplett zu schließen. 

Die Erklärung des Vorstandes: „Die Kantine am kleinen Werth 50, in der sonst täglich Frühstück, Mittagessen und Abendessen an Bedürftige ausgegeben werden, ist geschlossen. Ein weiterer Betrieb wäre zwar wünschenswert, es ist aber technisch unmöglich, die neuen, durch die Corona-Pandemie erforderlichen Bedingungen zu erfüllen.

Die Kindertafel, bei der täglich ab 12 Uhr Kinder verköstigt und betreut werden, ist geschlossen. Dasselbe gilt für das Sozialkaufhaus, bei dem für kleines Geld Kleider, Hausrat, Möbel und Kinderspielzeug gekauft werden kann sowie den Büchermarkt. Hier gilt es den Weisungen und Empfehlungen der Landesregierung Folge zu leisten. Auch die Rampe für die Annahme von Sachspenden für Sozialkaufhaus und Bücherladen ist nicht mehr besetzt.

Unklar ist, ob der Tafelladen am Rauen Werth 18, bei dem zu den publizierten Öffnungszeiten Lebensmittel an Inhaber mit Tafelausweis verteilt werden, weiterbetrieben werden kann; genauso wie das Sozialmobil, mit dem täglich abends an 4 Brennpunkten in Wuppertal ein warmes Essen und Lebensmittel verteilt wird.

Für beide Aktivitäten besteht eine dringende Notwendigkeit, sie fortzuführen. Allerdings ist dies in der derzeitigen Form (Organisation; Raum; Personal) nicht corona-konform möglich. Aus diesem Grund wird beides zunächst eingestellt.

Bis auf weiteres können folgerichtig keine überschüssigen Lebensmittel von den über 100 Partnern (Discounter, Lebensmittelgeschäften, Bäckereien usw.) abgeholt werden.

Der Vorstand bedauert außerordentlich, dass wir zurzeit den Bedürftigen unserer Stadt nicht mehr die Hilfe im sonst üblichen Maße zukommen lassen können. Wir überlegen zur Zeit, ob wir durch Umorganisationen (räumliche Erweiterung, neue Freiwillige) zumindest den Tafelladen bzw. die Lebensmittelverteilung wieder in Gang setzen können, ohne unvertretbare Risiken betreffend Corona eingehen zu müssen.

Die Kosten für Gebäude, Fahrzeuge und angestellte Mitarbeiter laufen für die Wuppertaler Tafel weiter. Da die Einnahmen aus dem Sozialkaufhaus und dem Büchermarkt jedoch während der Schließung wegbrechen, sehen wir die Gefahr, dass die Wuppertaler Tafel in eine finanzielle Schieflage kommt.

Allein für den Zeitraum der nächsten vier Wochen entsteht ein ungeplantes Defizit von 60.000 Euro. Wir hoffen, dass die Wuppertaler Bürger, Firmen und Sponsoren. uns in dieser zu befürchtenden Notlage großzügig mit Geldspenden unterstützen.“

Wolfgang Nielsen, Vorsitzender der „Wuppertaler Tafel“

Wolfgang Nielsen (l.) und der Film-Star Christoph Maria Herbst, sein prominentester Unterstützer – © Paul Coon

http://www.wuppertaler-tafel.de

Wer helfen will, kann das hier tun:

Spendenkonto Stiftung Wuppertaler Tafel

Stiftung Wuppertaler Tafel

Stadtsparkasse Wuppertal

Konto-Nr.: 345017    BLZ: 33050000

IBAN: DE43 3305 0000 0000 345017   BIC: WUPSDE33XXX

Betreff: „Zustiftung“

 

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