15. März 2020

Paulchen: Coronavirus als Vorwand für Haustier-Entsorgung

Redaktions-Kater Paulchen ist ein Kämpfer für die Gerechtigkeit. In seiner Kolumne "Paulchen zeigt Krallen" setzt er sich vehement für ungerecht behandelte Zwei- und Vierbeiner ein.

 

Redaktions-Kater Paulchen – © Grafik: Benedikt Bergenthal

 

Die Welt steht kopf! Der Coronavirus wirbelt alles durcheinander. Kitas werden geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, Panik und Hamsterkäufe. Meine Katzen-Kumpel und ich sehen das alles eher gelassen – spätestens seit das Riesen-Paket mit Katzenfutter und Leckerlis zuhause angekommen ist, das Frauchen online bestellt hat. Verhungern werden wir also nicht. 

Und Quarantäre sind wir ja ohnehin gewohnt. Junah, Jali, Aramis, Flöhchen und ich sind reine Stubentiger. Aber das stört uns nicht, weil Frauchen das ganze Haus in ein wahres Katzenparadies verwandelt hat.

Und natürlich kriegen wir mit, was draussen in freier Wildbahn passiert! Ich wundere mich immer wieder, wie dumm und herzlos Menschen sein können. 

Da habe ich doch jetzt gelesen, dass viele Hunde und Katzen in den Tierheimen abgegeben werden, weil ihre Frauchen und Herrchen Angst haben, ihr Vierbeiner könne sie mit dem Coronavirus infizieren. 

Was für hirnlose und gefühlskalte Hornochsen! Es gibt dafür nach Auskunft kompetenter Wissenschaftler nicht den geringsten Hinweis, geschweige denn einen Beweis. Mir sträuben sich die Nackenhaare.

Die Appelle von Tierschutzverbänden haben auch nichts gebracht. Mir drängt sich daher der Verdacht auf, dass die besagten Tierbesitzer den Coronavirus als Vorwand benutzt haben, um ihre offensichtlich lästig gewordenen und nicht sonderlich geliebten Vierbeiner einfach zu entsorgen. 

Ohne große Diskussionen mit den Kids. Denen gaukelten sie vermutlich einfach nur vor: „Mama und Papa wollen nicht, dass Bello oder Maunzi Euch anstecken und Ihr krank werdet. Deshalb haben wir sie im Tierheim abgegeben. Gesundheit geht schließlich vor. Das müsst Ihr doch verstehen!“

Bleibt immer noch die Frage: Warum haben sich solche gefühllosen Zeitgenossen überhaupt ein Haustier angeschaftt?

Ich weiss nur eines: Ein solches Schicksal würde uns niemals ereilen! Wir sind keine armen Viercher, wie viele unserer Artgenossen.

Wir hatten eben Riesenglück mit unserem Frauchen! 

Aber welcher Vierbeiner kann sich schon seine Besitzerin oder sein Herrchen aussuchen?

In diesem Sinne

Euer Paulchen

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