1. März 2020

Georg Rose: Foto-Künstler & Interims-Galerist 

In seinem Beruf als engagierter und geschätzter Chefredakteur des Rundfunksenders "Radio Wuppertal" spielen eigentlich die Ohren als Sinnesorgane die Hauptrolle, in seiner Freizeit dagegen die Augen. Georg Rose ist leidenschaftlicher Fotograf und seit einiger Zeit auch innovativer Galerist. In beiden Bereichen hat er sich inzwischen erfolgreich seine eigenen Nischen geschaffen.

© Georg Rose

„Bio Photographie“ nennt er seinen ganz speziellen Fotografier-Stil. Bio steht bei ihm für naturbelassen und analog. Georg Rose verzichtet auf jeglichen technischen, digitalen Schnickschnack und erst recht auf Bildbearbeitungsprogramme á la Photoshop.

Der künstlerische Purist fotografiert ohne Netz und doppelten Boden: Keine Retuschen, keine Effekte, keine Filter und auch keine Ausschnitte. Nachbearbeitung am PC, digitale Verfremdung, um die Wirkung und den Reiz  eines Fotos zu steigern – das ist nicht sein Ding

Georg Rose erklärt: „Ich arbeite noch mit herkömmlichen, normalen Farbfilmen. Da kann ich nicht so einfach drauflos fotografieren wie mit einer Digitalkamera, die mehrere Tausend Bilder auf dem Chip speichern kann. Mir stehen pro Film nur 36 Fotos zur Verfügung. Da muss ich mir über jede einzelne Einstellung Gedanken machen. Das ist eine ganz andere Herangehensweise.“

Und Geduld braucht er auch. Denn während er sich die auf einer Speicherkarte aufgezeichneten Fotos einer Digitalkamera Minuten später auf dem Computer-Monitor ansehen kann, sieht er die Früchte seiner Arbeit mit der analogen Kamera erst nach der Entwicklung des Films – und das dauert mehrere Tage.

 

Georg Rose: Chefredakteur, Foto-Künstler und Galerist © privat

 

Seine bevorzugten Motive sind oft eher unscheinbare architektonische Details, brökelnde Fassaden, verrostete Tore, defekte Kabel, einsam darstehende Hydranten, eben Alltägliches, an dem die meisten völlig achtlos vorbeilaufen. Aber gerade der Minimalismus macht seine Fotos so attraktiv – wie so manches Frauengesicht, das auch völlig ungeschminkt edel und anziehend wirkt. 

Seine Kamera hat er immer dabei, damit ihm ja kein spannendes Motiv entgeht. Georg Rose gesteht: „Ich nehme sie sogar mit in den Supermarkt, um ganz spontan reagieren zu können.“

Seine Bilder stellt Georg Rose zum Beispiel im Rahmen der WOGA aus. Das aber allein reichte dem kreativen Kopf nicht mehr. Und so entstand die Idee von der Interims-Galerie „Pop-up-artists.com“. Das Konzept ist eigentlich ganz einfach – man muss nur darauf kommen.

 

Leerstehende Ladenlokale werden zu Galerien

 

Georg Rose funktioniert leerstehende Ladenlokale zu Galerien auf Zeit um. Wie zuletzt auf dem Werth in Barmen. Die Philosophie des Fotokünstlers: „Ich sehe die Zwischennutzung von Leerständen zu kulturellen Zwecken als Möglichkeit, um Innenstädte zu beleben. “

In einem Eckgeschäft, im dem früher ein Optiker seine Brillen und Kontaktlinsen verkaufte, organisierte er eine Kunst-Ausstellung, bei der insgesamt zehn Künstlerinnen und Künstler ihre Werke präsentierten. Die Palette war bunt und reichte von Fotokunst, Malerei bis hin zu Bildhauerei. 

 

© Georg Rose

 

Ein geschickter Kunstgriff von Interims-Galerist Georg Rose. Sein Projket ist nicht nur eine effektive Massnahme gegen den Leerstand in den Fußgängerzonen, sondern führt mit seinem Konzept Menschen, die sich bislang nie für Photographie, Malerei oder Bildhauerei interessiert haben, näher an die Kunst heran. Das beweisen die Besucherzahlen.

Live-Marketing-Experte und Wuppertal Botschafter Vok Dams bescheinigte dem innovativen Projekt Georg Roses in seiner Einführungsrede bei der Vernissage im November 2019 große Erfolgsaussichten: „Es ist eine Chance zur Demokratisierung von Kunst. Außerdem können Pop-up-Galerien in Innenstädten besondere Erlebnisse schaffen – Erlebnisse, die der stationäre Einzelhandel nicht mehr oder nicht alleine bieten kann.“

Und auch für die teilnehmenden Künstler kristallisiert sich die Interims-Galerie „Pop-up-Artists.com“ als Win:Win-Situation heraus. Georg Rose: „Ich schließe mit den Besitzern der Ladenlokale pauschale Mietverträge ab. Die Künstler haben den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Kunstmessen keine Ausstellungsgebühren zahlen müssen. Und im Vergleich zu anderen Galerien ist auch die Verkaufsprovision sehr niedrig.“

Und die Rechnung geht auf. Nach der Finissage am 29. Februar hatten Ausstellungs-Besucher 15 Kunstwerke erworben. Ein sehr positives Ergebnis beim erst dritten Event dieser Art. Die Wander-  oder Interims-Galerie zieht auf jeden Fall weiter.

 

© Georg Rose

 

Georg Rose: „Ich halte bereits die Augen offen und suche eine geeignete Location möglichst in Elberfeld. Wenn also jemand einen heißen Tipp hat, kann er sich sehr gern bei mir unter info@georgrose.de melden.“

Mehrere Künstler, die bei der folgenden „Pop-up-Artists.com“ mit ihren Werken dabei sein wollen, haben sich schon bei Georg Rose gemeldet.

Die nächste Interims-Galerie kommt bestimmt – es stehen nur noch die Fragen im Raum: Wann und wo?

www.georgrose.de – www.pop-up-artists.com

Text: Peter Pionke

 

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