28. Februar 2020

BHC-Löwen liefen ständig Rückstand hinterher

Das Positive: Der Bergische HC hat sich zu keinem Zeitpunkt bei der MT Melsungen aufgegeben. Die Wende lag sogar mehrere Male in der Luft. Das Negative: Am Ende mussten sich die Löwen dennoch mit 25:28 (12:15) in Kassel geschlagen geben.

Erzielte nur einen Treffer bei der MT Melsungen: Fabian Gutbrod – © Foto: Jochen Classen

Dem BHC ist es in der Rothenbach-Halle nie gelungen, im entscheidenden Moment ein wichtiges Tor zu erzielen. So blieben die Gastgeber immer mit mindestens zwei Treffern vorne und gerieten daher auch nie in eine brenzlige Situation.

Gleich zu Beginn verpassten die Bergischen die große Chance, in Führung zu gehen. Kristian Nippes traf erst die Latte, dann den Pfosten. Auch Linus Arnessons Würfe landeten zwei Mal am Gestänge – genau wie ein Abschluss von Alexander Weck.

Gerade etwas mehr als zehn Minuten waren absolviert, da hatten die Löwen häufiger Pfosten oder Latte als ins Tor getroffen. Dass die Mannschaft trotzdem nur mit 4:6 hinten lag, ließ für den weiteren Verlauf aus Sicht des BHC hoffen.

Denn die Möglichkeiten, die sich die Mannschaft von Cheftrainer Sebastian Hinze speziell im gebundenen Angriff erarbeitete, waren eigentlich gut. Sie wurden nur zu selten genutzt. Als dann auch noch MT-Keeper Nebojsa Simic entscheidend ins Geschehen eingriff und der Ball zudem gleich zwei Mal während der zweiten Welle verloren ging, stand der BHC vor einer großen Aufgabe.

Doch die löste er aber ordentlich. Alexander Weck und Lukas Stutzke erzielten wichtige Tore vor der Pause, und auch der eingewechselte Sebastian Damm setzte sich sehenswert durch.

Der nach einer Schambeinentzündung wieder einsatzbereite Leos Petrovsky kam beim 11:14 ebenfalls zu einem Tor. Der BHC strahlte auf allen Positionen Gefahr aus, doch einen überragenden Tag hatte kein Spieler erwischt. Durch die Bank vergaben die Löwen auch beste Gelegenheiten – von außen, vom Kreis, aus dem Rückraum oder per Siebenmeter.

Und das Tempospiel kam ebenfalls nicht richtig ans Rollen, weil es die Melsunger schafften, sich gut zurückzuziehen und dem BHC kaum Lücken zu lassen.

So genügte eine gute Abwehrleistung und eine kämpferisch starke Vorstellung gegen die individuell starken Nordhessen nicht. Wer erwartet hatte, der BHC würde bei einem 12:17- Rückstand einbrechen, wie es zum Beispiel in Göppingen der Fall gewesen war, sah sich getäuscht.

Nach Toren von Weck, Arnesson und Gunnarsson vom Kreis verkürzten die Gäste sogar auf 15:17. Nach Ragnar Johannssons 16:18 hatte der BHC sogar den Ball und die Chance zum Anschluss.

Im Zeitspiel leistete sich die Truppe aber einen Pass zu viel. Die Kugel landete umgehend in den Händen von Tobias Reichmann, der auf 19:16 stellte und damit für den nächsten Dämpfer sorgte.

Genau diese gelangen fast ausschließlich den Melsungern, die sich überhaupt nicht verunsichern ließen. Als dann auch noch Arnor Gunnarsson für ein Foul an Yves Kunkel mit Rot runter musste, schwanden die BHC-Chancen auf ein Minimum.

Vorbei war es noch lange nicht. Tomas Babak übernahm Verantwortung. Der tschechische Spielmacher stellte auf 17:20 und später 24:27. Nippes verkürzte sogar noch mal auf zwei Tore Abstand. Aber in den entscheidenden Momenten blieb Simic zwischen den Pfosten der Sieger.

Der BHC war dran und blieb dran, kam aber trotzdem nicht in die Nähe von Punkten. Ein merkwürdiges Spiel.

Am Dienstag schleichen sich die Füchse Berlin an

Mit 19:31 Zählern belegt der Bergische HC weiterhin den 12. Platz in der Handball-Bundesliga – punktgleich mit Stuttgart. Am Dienstag (03.03.) steht bereits das nächste Spiel auf dem Programm.

Um 19 Uhr treten Nippes und Co. dann im ISS DOME Düsseldorf gegen die Füchse Berlin an, die mit 34:16 Punkten Fünfter sind. Keine leichte Aufgabe für die Bergischen Löwen!

Stimmen zum Spiel

Sebastian Hinze: „Wir kommen defensiv nicht gut in die Abwehr, haben die Abstände zu groß, bekommen es aber nach zehn Minuten besser in den Griff. Am Anfang haben wir ein bisschen Pech im Abschluss mit Pfosten und Latte, so dass wir früh in Rückstand geraten. Schon in der ersten Halbzeit haben wir die Chance, Stimmungskiller zu machen, begehen dann aber zwei Fehler im Gegenstoß und verwerfen zwei, drei freie Bälle. Wir haben für ein Auswärtsspiel zu viele einfache Fehler gemacht in den Momenten, in denen wir Melsungen zum Nachdenken bringen können. Ich finde, das zieht sich auch durch die zweite Halbzeit. Mit der Abwehr bin ich auch da einverstanden, und wir haben von Christopher Rudeck die Hilfe aus dem Rückraum. Aber immer in den Phasen, in denen wir richtig Druck machen können, haben wir zu einfache Fehler und Fehlwürfe. So bleibt es der knappe, aber dann doch komfortable Vorsprung, weil wir es nicht schaffen, mal auf ein Tor zu verkürzen. Am Ende läuft uns ein bisschen die Zeit weg. Um die Begegnung positiv zu gestalten, hätten wir die Wende im Spielverlauf haben müssen. Wir hatten uns das über eine stabile Leistung erarbeitet, aber leider nicht zugeschlagen.“

Arjan Haenen: „Die letzten zwei, drei Tage waren nicht einfach. Das große Ziel waren die zwei Punkte, das haben wir geschafft. Von Anfang an haben wir gesehen, wie sehr die Mannschaft wollte. Das war in Abwehr und Angriff zu sehen. Am Anfang haben wir uns schwer getan, aber dann sind wir gut ins Spiel gekommen. Wir sind auf einem guten Weg.“

Jörg Föste: „Die Spielanlage war heute im Prinzip in Ordnung. Wir kannten natürlich die Situation mit der der Verein, die beiden Trainer und besonders die Mannschaft in Melsungen konfrontiert war. In der Anfangsphase haben wir es durch vier Holztreffer versäumt, das Ergebnis etwas enger zu gestalten. Wir hatten uns erhofft, ziemlich lange ein enges Ergebnis zu haben, um dann gegebenenfalls von einer aufkommenden Unruhe profitieren zu können. Das war nicht der Fall. Simic war ein Faktor. Letztlich muss man nach 60 Minuten sagen, dass es ein absolut verdienter Sieg der MT Melsungen war.“

MT Melsungen – Bergischer HC 28:25 (15:12)

MT Melsungen: Simic, Sjöstrand – Maric (4), Kühn (4), Lemke (1), Reichmann (2), Ignatow (2), Kunkel, Mikkelsen (3/2), Schneider (3), Allendorf (1), Sidorowicz (1), Häfner (5), Salger (2), Pavlovic. Trainer: Arjan Haenen

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (3/2), Damm (1), Gutbrod (1), Stutzke (3), Weck (3/1), Szücs, Arnesson (1), Babak (2), Darj (2), Petrovsky (1), Nippes (3), Johansson (1), Gunnarsson (3), Fraatz (1). Trainer: Sebastian Hinze

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