7. Februar 2020

BHC: Niederlage in letzter Sekunde

Oft geschieht es nicht, dass der letzte Freiwurf nach dem Schlusspfiff noch sein Ziel findet. Dieser muss direkt ausgeführt werden, so dass die Abwehr dieses finalen Wurfs häufig nur Formsache ist. Der Bergische HC sah sich schon so gut wie am Ziel seiner Träume, als Jim Gottfridsson beim 20:20 zur Tat schritt. Der Spielmacher der SG Flensburg-Handewitt versuchte es - und machte sein Team zum 21:20-Sieger.


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Machte ein starkes Spiel: Jeffrey Boomhouwer – © Jochen Classen

Von den Fingern der BHC-Deckung schlug die Kugel oben im Löwen-Gehäuse ein. Die Enttäuschung beim BHC war riesig.
Aufopferungsvoll hatte der Bergische HC im ersten Heimspiel des Jahres im ISS Dome gekämpft. Offensiv funktionierte längst nicht alles – doch das betraf beide Mannschaften.

Sowohl die 6:0- Abwehr des BHC als auch die der SG Flensburg-Handewitt funktionierten hervorragend. Dass Arnor Gunnarsson nach einer Viertelstunde per Siebenmeter auf 5:3 stellte, zeigt, wie umkämpft das Duell war. Auch Torhüter Tomas Mrkva hielt ordentlich, so dass Flensburg mehrere Male insbesondere von außen scheiterte.

Zwei Treffer von Fabian Gutbrod, ein erfolgreicher Schlagwurf von Linus Arnesson und ein weiterer Siebenmeter des während der gesamten Partie von der Linie makellosen Gunnarsson bedeuteten sogar den 9:6-Vorsprung für die Gastgeber. Unter anderem ein Fehlpass kostete aber eine klarere Pausenführung.

Max Darj war der letzte Treffer der Halbzeit zum 10:9 vorbehalten.Der BHC war am Drücker, Flensburg war zu knacken. Das zeichnete sich auch in der zweiten Hälfte ab. Oft ging es um Zentimeter, die den Unterschied machten. Nachdem Jeffrey Boomhouwer das 11:11 erzielt hatte, leiteten die Löwen kurz darauf schon einen Gegenstoß zur möglichen Führung ein.

Den Kampf um den langen Ball gewann Jim Gottfridsson – Boomhouwer krachte unsanft in ihn hinein. Die 3302 Zuschauer forderten eine Zeitstrafe. Ob die gerechtfertigt gewesen wäre? Vermutlich nicht, doch der Unmut war hörbar.

Ärger gab es auch bei einem Foul an Arnor Gunnarsson, das beim Stand von 18:18 den Konter verhinderte. Nach langem Hin und Her gab es eine Strafe gegen Flensburg, die Boomhouwer zum 19:18 nutzte. Die Abwehrreihen blieben die Stärke beider Teams, auch wenn offensiv ein paar Akzente mehr gesetzt wurden. So hatte Tomas Babak zwei Treffer in Folge erzielt. Beim Deutschen Meister überzeugte Göran Sögard.

Ganz nah dran am Sieg waren die Bergischen. Doch sie ließen in der zweiten Hälfte diverse Gelegenheiten liegen. SG-Keeper Benjamin Buric entschärfte in der Schlussphase zwei Mal von außen, einen Gegenstoß und einen Wurf aus neun Metern. So gingen die Gäste 20:19 in Front.

Kristian Nippes glich aus, und kurz darauf spielte Flensburg den letzten Angriff der Partie. Dass es dieser wurde, war zwei Minuten vor Schluss nicht absehbar gewesen. Doch nachdem die Nordlichter bis zum letzten Pass gespielt hatten, parierte der eingewechselte Christopher Rudeck den Ball ins Seitenaus. So durften die Gäste das Duell im Angriff zu Ende bringen.

Die BHC-Abwehr stand ein weiteres Mal. Es kam kein guter Abschluss mehr. Nur noch der letzte direkte Freiwurf – und der saß. Das war maximales Pech.

Stimmen zum Spiel

Maik Machulla: „Es war ein sehr emotionales Spiel mit viel Kampf und auch Krampf. Wir haben in der ersten Halbzeit überhaupt nicht das gespielt, was für uns vorgestellt hatten. Weder mit Druck noch mit Leidenschaft. Über 60 Minuten verteidigen wir sehr gut, sehr leidenschaftlich. Das hilft uns, im Spiel zu bleiben. Denn mit dieser Angriffsleistung gewinnst Du normalerweise kein Bundesliga-Spiel. In der zweiten Halbzeit kommt das Spiel dann von beiden Mannschaften ein bisschen in Fahrt. Es war dann eine unheimlich zerfahrene Schlussphase – mit vielen Unterbrechungen und Diskussionen. Am Ende gehen wir dann glücklich als Sieger vom Feld. Alle hatten sich schon auf das Unentschieden eingestellt. Dann geht dieser unglaubliche Wurf auch noch rein. Das passiert ein von hundert Mal. Heute waren wir die Glücklichen, da bin ich natürlich froh. Ich bin aber nicht zufrieden, wie wir hier gespielt haben.“

Sebastian Hinze: „Wenn ich die Jungs jetzt in der Kabine sehe, dann ist es so, dass sie sehr unglücklich sind. Sie hatten sich einen Punkt verdient. Es war ein Spiel, das in der ersten Halbzeit extrem von den Abwehrreihen dominiert wurde. Auch wir verteidigen leidenschaftlich. Im Angriffsspiel hat es in der ersten Phase gehakt, aber wir sind immer gut in den Abschluss und Rückzug gekommen. In der zweiten Phase haben wir mit Gutbrod auch besser funktioniert mit den Würfen, die wir für ihn vorbereitet haben. In die zweite Halbzeit gehen wir mit drei schnellen Leuten im Rückraum rein. Wir kommen erstmal nicht gut rein, verteidigen aber weiter ordentlich. Ich wollte Tomas Babak schon auswechseln, aber dann macht er zwei gute Aktionen in Folge und steuert das Spiel sehr gut – da bin ich auch offensiv zufrieden. Es ist dann ein enges Spiel, in dem wir ein, zwei Mal die Chance haben, in der Schlussphase in Führung zu gehen. Aber das Spiel läuft so, und am Ende sitzen wir ohne Punkte hier. Das ist enttäuschend – gerade, weil wir eine überragende Abwehrleistung gezeigt haben und die Jungs diszipliniert angegriffen haben.“

Jörg Föste: „Der Kabarettist Karl Valentin hat mal gesagt, man sollte die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind. Der Mann hat aber auch nicht so ein Handballspiel verloren. Das ist sehr traurig, sehr unglücklich gewesen. Gerade angesichts der aufopferungsvollen Deckungsarbeit, die wir an den Tag gelegt haben. Wir haben den Deutschen Meister ganz nah an einer Niederlage gehabt. Es fehlten Nuancen, in kitzligen Situationen rund um die 50. bis 54. Minute das Spiel ganz eindeutig in die richtige Richtung zu lenken. Uns fehlte das Fortune. Mir tut es leid für die Jungs, weil wir so derartig unglaublich um jeden Ball gekämpft haben, wie man es gegen einen solchen Gegner machen muss, um eine reelle Siegchance zu haben. Das haben wir heute 60 Minuten gemacht. Deshalb sind wir traurig, versäumen aber nicht, der SG Flensburg-Handewitt trotzdem zum Sieg zu gratulieren.“

Bergischer HC – SG Flensburg-Handewitt 20:21 (10:9)

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (4), Damm, Gutbrod (3), Stutzke (1), Weck, Szücs, Arnesson (1), Babak (2), Darj (2), Baena, Nippes (1), Johansson (1), Gunnarsson (5/5), Fraatz. Trainer: Sebastian Hinze

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Sittrup Bergerud – Golla (4), Glandorf (1), Jeppsson, Jondal, Steinhauser (2), Heinl, Zachariassen, Sogard (5), Gottfridsson (5/3), Hartwich, Schöngarth (2), Ebeling, Jurecki (2). Trainer: Maik Machulla


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