28. Januar 2020

Zahl der Priester sinkt – Folgen Für Wuppertal

In den kath. Seelsorgebereichen auf den Südhöhen und im Wuppertaler Westen in Vohwinkel und Sonnborn sind gravierende personelle Veränderungen offiziell bekanntgegeben worden. Eine davon: Nach langjährigem Dienst auf den Südhöhen wird Pfarrer Winfried Breidenbach im Sommer in den Ruhestand treten.


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Stadtdechant Dr. Bruno Kurth (l.) und Pfarrer Dirk Baumhof (2016) – © Foto: Stadtdekanat Wuppertal

 

In 2021 wird auch Gemeindereferentin Cordula Krause in den Ruhestand gehen und Pastoralreferent Markus Boos die Stelle wechseln.

Überraschend kam für die Gemeinden im Wuppertaler Westen die Nachricht, dass Pfarrer Dirk Baumhof im Sommer Wuppertal verlassen wird, um im Bistum Köln eine andere Aufgabe zu übernehmen. Pfarrer Baumhof ist seit Dezember 2016 leitender Pfarrer der Gemeinden im Wuppertaler Westen.

Ebenfalls wechselt Kaplan Snethlage die Stelle. Beide Pfarrerstellen, auf den Südhöhen und im Westen, werden in diesem Jahr nicht wieder besetzt werden. Es wird eine Übergangslösung geben. Das Erzbistum Köln rechnet damit, dass 2030 erheblich weniger Priester sowie Diakone und Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten als bisher in der Seelsorge eingesetzt werden können.

Mit Beteiligung der Gemeindemitglieder und verantwortlichen Gremien soll eine zukunftsfähige Lösung für die katholischen Gemeinden gesucht werden.

Stellungnahme des Stadtdekanats:

Im Seelsorgepersonal des Erzbistums Köln zeichnen sich gravierende Veränderungen in den nächsten zehn Jahren ab. Wir in Wuppertal bekommen es zu spüren: Unmittelbar die katholischen Gemeinden in Ronsdorf, Cronenberg, auf den Südhöhen und in Vohwinkel wie Sonnborn.

Die zeitgleiche Bekanntgabe der Veränderungen, die aus unterschiedlichen Gründen in diesem Sommer und im kommenden Jahr greifen werden, unterstreicht dies. Realistisch ist davon auszugehen, dass sich bis  2030 die Zahl der aktiven Priester, Diakone, Pastoral-und Gemeindereferentinnen und Referenten in unserem Bistum um fast die Hälfte reduzieren wird. Das wirkt sich bereits in der Gegenwart so aus, dass frei werdende Stellen nicht mehr 1:1 nachbesetzt werden können.

An diesen Zahlen gibt es nichts schön zu reden. Dennoch gilt: Die Wupper ist kein Nebenfluss des Amazonas!  In der Personalkrise liegt wie in jeder Krise eine Chance. Auch in Zukunft werden wir immer noch viele gute und motivierte Frauen und Männer im Dienst der Seelsorge haben, auch Priester und Diakone.

Vorbei wird aber die Zeit der „Versorgung“ sein. Die funktionierte ungefähr so: Das Bistum Köln versorgte die Gemeinden vor Ort mit vielen Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Diese versorgten die Menschen vor Ort mit den Angeboten und Diensten der Kirche.

Würden wir so fortfahren wie bisher, dann würde das Bistum lediglich weniger Personal auf mehr Gemeinden verteilen. Das wäre nur die Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen. Reorganisation aber ist zu wenig für einen notwendigen Wandel. Wandel geschieht, wenn immer mehr Christen ihre Berufung als Getaufte erkennen und aktiv leben.

Sie nutzen ihr Potential und ihre Fähigkeiten zum Dienst an den Menschen und im Zeugnis des Glaubens. Sie leben das „gemeinsame Priestertum“, Augenhöhe auf Basis der gleichen Taufe. Sie gestalten verantwortlich das Gemeindeleben mit, den Dienst der Leitung eingeschlossen.

In Wuppertal stelle ich fest: Dieser Prozess der Erneuerung hat in den Gemeinden, z. B. auf den Südhöhen in bemerkenswerter Weise, längst schon begonnen. Auch in den anderen Gemeinden ist das Engagement der Menschen enorm. Erwachsener Glaube überwindet die Fixierung auf das hauptamtliche und geweihte Personal.

Der Bischof und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben diesen Wandel auch erkannt, wie das erste Hirtenwort von Kardinal Woelki zeigte. Das muss sich noch mehr in der Leitung unseres Bistums zeigen. Wir brauchen weniger zentralistisches Lenken und Steuern und mehr Ermöglichung  und Unterstützung der lebendigen Gemeinden vor Ort.

Stadtdechant Dr. Bruno Kurth

 


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