21. Januar 2020

Springmann-Mord: BGH hebt Freispruch für Joannis P. auf

Große Überraschung im Mordfall Springmann! Während das Urteil "Lebenslängliche Haftstrafe" für den Enkel des getöteten Ehepaares Christa und Enno Springmann inzwischen rechtskräftig ist, wird der Freispruch für seinen Mitangeklagten aufgehoben. Joannis P. (46) muss sich jetzt noch einmal vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten.


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Der erste Verhandlungstag im Mord-Prozeß Springmann – © Foto: Siegfried Jähne

Die Vorgeschichte: Am 19. März 2017 wurden Christa Springmann (88) und ihr Ehemann Enno (91) tot in Ihrer Ronsdorfer Villa aufgefunden. Die beiden alten Leute waren niedergeschlagen und anschließend erdrosselt worden. Die Verwüstungen in der Villa deuteten auf den ersten Blick auf einen Raubmord hin.

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ließen sich aber nicht auf die falsche Fährte führen. Sie ermittelten schnell im engeren Umfeld das Ehepaares. Am 26.06.2017 wurden schließlich der Enkel Benjamin S. (damals 25) und sein ehemaliger Mitarbeiter Joannis P (damals 44) wegen des Verdachts des Mordes aus Habgier festgenommen.

Der Prozeß gegen die beiden Angeklagten begann am 23.03.2018 vor der 1. Schwurgerichtskammer der 5. Strafkammer des Wuppertaler Landgerichts. Das Urteil wurde 13.11.2018 nach 44 Verhandlungstagen gesprochen. Staatsanwalt Hauke Pahre hatte in seinem Plädoyer lebenslange Haftstrafen wegen Mordes für beide Angeklagten gefordert.

Und dann die Riesen-Überraschung: Während Enkel Benjamin S. wegen Totschlags und Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde und das Schwurgericht in seinem Fall auch noch die besondere Schwere der Schuld feststellte, lautete der Richterspruch für Joannis P.: Freispruch aus Mangel an Beweisen.

 

Benjamin S. (r.) auf der Anklagebank – © Foto: Siegfried Jähne

Die Tat spielte sich nach Überzeugung des Gerichts um den Vorsitzenden Richter Robert Bertling wie folgt ab: Enno Springmann habe seinem Enkel, der sein Studium geschmissen hatte, den „Geldhahn zudrehen“ wollen. Am Tattag habe er Benjamin S. zu einem letzten klärenden Gespräch geladen, bei dem er seinem Enkel mitteilen wollte, welche Massnahmen er ergreifen würde. Dieses Gespräch fand nach Überzeugung des Gerichts im Zimmer des Großvaters statt. Während dieser Unterredung sei es dann zum Streit und einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen Großvater und Enkel gekommen.

Im Affekt habe Benjamin S. den alten Mann niedergeschlagen und anschließend erdrosselt. Das wertete der Gericht als Totschlag. Um die Tat zu vertuschen, habe er daraufhin auch seine Großmutter Christa getötet. Für die Richter eindeutig Mord. Im Auto des Enkels wurden Blutspuren der Großmutter entdeckt. Dass der mitangeklage Joannis P. im Tathaus war, ist unstrittig. Das Gericht geht davon aus, dass er nach den Bluttaten die Springmann-Villa betreten und Benjamin S. dabei geholfen hat, die Leiche seines Großvaters umzulagern.

Die Trauerfeier für das getötete Ehepaar Christa und Enno Springmann – © Foto: Siegfried Jähne

 

 

 

 

Benjamin S. Verteidigung um den prominenten Strafverteidiger Prof. Klaus Bernsmann und Staatsanwalt Hauke Pahre kündigten gleich nach dem Urteil Revision an.

Der Ankläger war mit dem Freispruch für Joannis P. nicht einverstanden. Die Revision im Fall Benjamin S. wurde jetzt vom Bundesgerichtshof verworfen (Az.3 StR 288/19), das Urteil ist somit rechtskräftig. Im Fall von Joannis P. sah der BHG die „Beweiswürdigung des Landgerichts Wuppertal als rechtsfehlerhaft an“ und hob den Freispruch auf.

Joannis P. wird sich noch einmal vor Gericht verantworten müssen. Diesmal allerdings vor dem Landgericht Düsseldorf.

Die Villa, in der Christa und Enno Springmann getötet wurden, ist inzwischen – wie die WZ berichtet – abgerissen worden. (sj/pp)


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