12. Januar 2020

„Wupperklang“ präsentiert Ensemble aus Frankreich

Am 13.02. (18 Uhr) wird im Lutherstift die Weltmusik-Reihe "Wupperklang" fortgesetzt. Diesmal mit dem Ensemble "Lo Còr de la Plana" aus Frankreich.

Lo Cor de la Plana – © Foto O. Santi

Das Ensemble bringt ein brandneues Programm in den Klangkosmos, das wiedergefundene, neu arrangierte und eigene polyphone Stücke in der Tradition des „Carnaval occitan“ präsentiert: populäre Spiritualität, festive Lieder und kritisch-humorvoller musikalischer Protest: das sind die drei Säulen ihres Repertoires und die Seele von Lo Còr de la Plana.

Der Komponist, Autor, Sänger-Poet und künstlerischer Leiter von Lo Còr de la Plana, Manu Théron, gehört zu den charismatischen Persönlichkeiten der Kulturszene seiner Heimatstadt Marseille. Er hat sich dem okzitanischen Liedgut in der Tradition der Trobaires Marselhès verschrieben und seine Mission ist das kulturelle Erbe der Provence – die okzitanische Poesie und Musik lebendig zu halten.

Eigentlich besteht Marseille aus 111 Dörfern… sagen zumindest die Marseiller. Jede Ecke der Stadt hat ihr eigenes Gesicht: ständig geht es hin und her zwischen Europa und Arabien, der Provence und Afrika, orientalischem Getümmel und französischer Eleganz. Das macht diesen 2.600 Jahre alten multikulturellen Hotspot zu einer so ganz besonderen Stadt.

Die Schattenseite: sozial Schwache wurden aus diesen neu polierten innerstädtischen Bereichen verdrängt. Und hier haben gerade die Künstler und Musiker der neuen okzitanischen Bewegung das Wort ergriffen. Sie haben die öffentliche Debatte über die Zukunft ihrer Stadt, ihre Identität und die Gestaltung ihrer „111 Dörfer“ mit ihren Songs und Aktionen eröffnet, dem Volk eine Stimme gegeben. Ihr Widerstand gegen einige Kulturhauptstadtprojekte war auch eine Form der Neuaneignung ihrer kosmopolitischen Stadt.

Im Herzen der Stadt liegt der Platz „La Plaine“. Er ist Namensgeber des Ensembles: Lo Còr de la Plana. „La Plana“ heißt auf französisch „La Plaine“ was „Plateau“ oder „Fläche“ bedeutet. Dieser große Platz wurde im 13. Jahrhundert angelegt für die Kreuzfahrer, die von dort ins Heilige Land aufbrachen. La Plaine liegt nicht unten in der Stadt an den Ufern des Mittelmeers, sondern auf einem der sieben Hügel im Norden von Marseille. Seit dem Mittelalter hat er eine wechselhafte Geschichte: ursprünglich lag er vor den Stadtmauern, war Truppenübungsplatz, wurde bis ins 19. Jahrhundert Platz für royale Empfänge und militärische Aufmärsche genutzt.

Ab dem 19. Jahrhundert wurde La Plaine dann für gut 100 Jahre zum Kirmesplatz. Heute heißt La Plaine offiziell „Place Jean Jaurès“ in Erinnerung an den sozialistischen Vorkämpfer, der 1914 von Nationalisten ermordet wurde. Im Volksmund spricht man jedoch weiter von La Plaine. Der Platz wird von drei populären Stadtvierteln umgeben und ist der Treffpunkt der Bewohner.

Das Ensemble „Lo Còr de la Plana“ hat sich nach diesem magischen Ort benannt: Der Chor von La Plaine. Und damit ist das Programm neuen okzitanischen Sänger auch schon genannt: sie sind musikalisch-künstlerisches Sprachrohr und nennen unverblümt soziale und politische Missstände beim Namen.

Manu Théron – Gesang, Tamburin und künstlerische Leitung

Rodin Kaufmann – Gesang und Tamburin

Benjamin Novarino-Giana – Gesang und Tamburin

Denis Sampieri – Gesang und Tamburin

Sébastien Spessa – Gesang und Tamburin

Termin:

13.02. – 18 Uhr

„Wupperklang“

Lo Còr de la Plana ( Frankreich)
Lutherstift, Schusterstraße 15, Wuppertal

Es werden keine Eintrittspreise erhoben, um allen den Zugang zu den Konzerten zu ermöglichen. Daher sind Spenden von den Konzertbesuchern wichtig, um einen möglichst hohen Eigenanteil zu erzielen, und den Bedarf für Weltmusik in Wuppertal zu dokumentieren.

 

 

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