30. Dezember 2019

Muß sie wirklich sein – diese Knallerei?

Als schlaues Kater-Kerlchen weiß ich natürlich, dass das Silvesterfeuerwerk eine lange Tradition hat. Und ich bin auch kein Mitglied der sogenannten "Verbots-Partei", sondern erhebe meine Pfoten jederzeit für Toleranz und kulturelle Vielfalt. Trotzdem stelle ich mir schon die Frage: Muß sie wirklich sein, diese Silvester-Knallerei?

 

Grafik: Benedikt BergenthalRedaktions-Kater Paulchen mit Lore (l.) und Lucky (r.) – © Fotos: Benedikt Bergenthal / Paul Coon

Kann man das neue Jahr nicht auf ruhigere, beschaulichere Art genauso herzlich willkommen heißen?

Denkt denn niemand an meine vielen Artgenossen und die anderen Geschöpfe in freier Natur, die kein festes Zuhause haben und nicht so wohl behütet sind wie wir? Sie erleiden den Krach um ein Vielfaches lauter als Ihr Menschen!

Um Junah, Jaliha, Flöhchen, Aramis und mich muß sich niemand Sorgen machen.

Frauchen, Herrchen und Sohnemann Julian werden uns mit Angeln und Leckerlis vom Krach der Raketen ablenken und notfalls auch noch die Rolläden als Schallschutz herunterlassen.

Aber um Lore & Lucky, die seit knapp einem Jahr draußen in unserem Gartenhäuschen wohnen, mache ich mir – wie Frauchen und Herrchen – große Sorgen. Sie haben völlig unterschiedliche Lebensgewohnheiten und sind fast nie zur gleichen Zeit zuhause. Also: Sie zur Vorsicht einzusperren, das funktioniert leider nicht.

Ich drücke Lore & Lucky und natürlich auch den vielen anderen freilaufenden Samtpfoten ganz fest die Pfoten, dass sie den Angriff auf ihre Lauscher gut überstehen. Und ich bete zum Heiligen Franz von Assisi, dass sie nicht bei der Böllerei panikartig in alle Himmelsrichtungen flüchten und nie wieder nach Hause kommen.

Ich frage mich die ganze Zeit, welchen Sinn diese ganze Ballerei überhaupt hat. Da wird innerhalb von ein paar Minuten unheimlich viel Geld verpulvert, das woanders viel sinnvoller eingesetzt werden könnte. Zurück bleiben nur Schall und Rauch – und jede Menge Abfall.

Ich habe einen Traum – und zwar den, dass meine zweibeinigen Freunde in Zukunft an Silvester zumindest 50 Prozent der „Kohle“, die sie sonst verballert haben, ganz gezielt für die armen Geschöpfe in den Tierheimen und für notleidende Menschen spenden, die kein Dach über dem Kopf haben und auch nicht genügend Geld besitzen, um sich regelmässsig Essen zu kaufen. 

Eine solche bundesweite Charity-Aktion wäre ein toller Knall-Effekt mit einem überaus positiven Nachhall. Und das neue Jahr würde so auch gebührend begrüßt.

Aber das sind nur einfachen Gedankengänge eines Katers, der nur die „Baumschule“ besucht hat.

Denkt trotzdem einmal darüber nach!

Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr

Euer Paulchen

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