27. Dezember 2019

BHC-Löwen unterliegen Rhein-Neckar-Löwen

Der Bergische HC holt in der zweiten Halbzeit einen Fünf-Tore-Rückstand auf, ist mit 21:22 und 22:23 in Schlagdistanz, verliert aber trotzdem 26:29 (12:16) gegen die Rhein-Neckar Löwen. Mit 15:23 Punkten belegt der BHC jetzt den 12. Tabellenplatz.

Fabian Gutbrod erzielte fünf Treffer gegen die Rhein-Neckar-Löwen – © Foto: Frank Sonnenberg

 

Gegen den Favoriten präsentieren sich die Löwen im ISS Dome in deutlich besserer Verfassung als zuletzt bei GWD Minden. Am Schluss fehlt dem Team von Trainer Sebastian Hinze auch ein bisschen Spielglück.

In der ersten Hälfte hatte sich nicht unbedingt angedeutet, dass die Gastgeber im späteren Spielverlauf eine Aufholjagd starten würden. Zwar hielt Tomas Mrkva im BHC-Gehäuse stark, doch die Rhein-Neckar Löwen stellten eine extrem gute Abwehr in Kombination mit einem hervorragend aufgelegten Mikael Appelgren zwischen den Pfosten.

Die Bergischen hatten große Mühe, im geschlossenen Angriff zum Erfolg zu kommen. Deutlich besser funktionierte es im Tempospiel, in dem die Löwen immer wieder Nadelstiche setzten – über Maciej Majdzinski aus der zweiten Welle. Oder Max Darj und Csaba Szücs nach der schnellen Mitte.

Über den Kreis klappte es beim BHC phasenweise im Positionsangriff ebenfalls. Bei Würfen aus neun Metern aber blieb die RNL-Deckung fast immer Sieger. Der 12:16-Halbzeitrückstand sorgte zwar nicht gerade für Euphorie unter den 5734 Fans im ISS Dome, doch er erwies sich auch nicht als vorentscheidend.

Bis zum 19:15 hielten die Mannheimer ihren Vorsprung. Dann trat Uwe Gensheimer zum Siebenmeter an. Christopher Rudeck kam zwischen die Pfosten und pflückte den Gensheimer-Heber. Dies sorgte für eine erste akustische Eruption.

Und es folgten weitere. Denn im Gegenzug verkürzte Darj, und Rudeck hielt den nächsten Gensheimer-Abschluss von außen einfach fest. Arnor Gunnarssons Siebenmeter zum 17:19 ließ Tomas Babak einen tollen Treffer aus der zweiten Welle zum 18:19 folgen.

Die Bergischen Löwen waren wieder dran und hatten die Chance zum Ausgleich. Der gelang nicht, doch nach einem weiteren kleinen Rückschlag und drei Rückraum-Toren von Fabian Gutbrod sowie einem Treffer von Max Darj war die Gelegenheit beim Stand von 22:23 erneut da.

Gerade schienen die Gastgeber den Ball erobert zu haben. Max Darj landete nach einem Zweikampf mit Jannik Kohlbacher inklusive Kugel allerdings im Kreis, was die Schiedsrichter mit Ballbesitz für die Rhein-Neckar Löwen ahndeten.

Die Mannheimer holten in der Folge einen Siebenmeter heraus, den Rudeck erneut gegen Gensheimer hielt. Der Abpraller landete aber wieder beim RNL-Linksaußen, der erneut einen Strafwurf zog. Erst den versenkten die Gäste durch Andy Schmid.

Für die Bergischen waren diese umstrittenen Szenen ein Dämpfer, den sie letztlich nicht mehr ausbügeln konnten. Während die Hausherren scheiterten – mit Ausnahme von Arnor Gunnarsson per Siebenmeter -, zogen die Rhein-Neckar Löwen durch den starken Romain Lagarde und Alexander Petersson auf 28:23 davon. Fünf Minuten vor Schluss war dieser Rückstand eine zu große Hypothek.

Stimmen zum Spiel

Kristjan Andresson: „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft und den beiden Punkten. Die beiden Punkte waren sehr wichtig. Wir hatten eine gute Abwehr- und Torhüterleistung. Niclas (Kirkelokke) und Romain (Lagarde) haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Das ist eine große Erfahrung für mich, dass jedes Spiel in der Bundesliga sehr schwer ist.“

Sebastian Hinze: „Die Jungs haben das gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten. Es war ein sehr engagierter Auftritt mit viel Mut nach vorne auch im Positionsangriff. Da wollten wir uns deutlich besser präsentieren als in Minden. Das haben die Jungs geschafft. Ich finde es ein bisschen schade, dass wir nicht so gut ins Spiel gekommen sind, weil wir gute Abschlusssituationen hatten von Fabian (Gutbrod), die Appelgren direkt wegnimmt. Aber mit der Vorgeschichte und den Niederlagen, die wir jetzt hatten, sind die Jungs stabil im Kopf geblieben. Das haben sie klasse gemacht. Für mich geht es etwas zu hoch in die Halbzeit, da hatten wir zwei halbe Ballgewinne, die die Rhein-Neckar Löwen dann doch noch kriegen. Das ist dann schade. Aber wir hatten uns vorgenommen, noch mal zurückzukommen Stück für Stück über eine gute Abwehr. Das haben wir geschafft. Zwei Mal waren wir kurz davor, einen Game-Changer zu bekommen. Den haben wir nicht bekommen. Das tut mir extrem leid, weil die Jungs total enttäuscht in der Kabine sitzen. Von der Idee, wie wir Handball gespielt haben, von dem, was die Jungs präsentiert haben, war es das, was wir uns zurückgeholt haben. Und was wir uns auch zurückholen mussten, um dann am Sonntag dann hoffentlich und endlich wieder als Sieger vom Feld zu gehen.“

Jörg Föste: „Die Rhein-Neckar Löwen haben heute eine überdurchschnittliche Leistung gebracht, um hier zu gewinnen. Das sagt viel über die Leistung unserer Mannschaft aus. Wir können stolz darauf sein. Wir haben uns immer wieder in das Spiel hineingebissen, haben auch höhere Rückstände zu minimieren gewusst und gekämpft bis zum letzten. Es fehlten dann ein paar Kleinigkeiten. Und in manchen Situationen stand uns auch das Glück nicht zur Seite. Schön war, dass wir wieder eine herausragende Torhüterleistung von beiden Schlussleuten gesehen haben. Es ist tatsächlich so, dass wir mit dieser Leistung grundsätzlich sehr glücklich sein können – ungeachtet des Ergebnisses. Wir machen es nicht an der Anzeigetafel fest. Wir haben über weite Phasen eine Mannschaft gesehen, die wollte, die mit hingebungsvoller Leidenschaft auch den Weg zum Tor gesucht hat – und sowieso gut verteidigt hat.“

Bergischer HC – Rhein-Neckar Löwen 26:29 (12:16)

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (1), Damm, Gutbrod (5), Stutzke, Weck, Szücs (1), Arnesson (1), Babak (2), Darj (5), Baena (1), Nippes (3), Johansson, Majdzinski (2), Gunnarsson (5/5). Trainer: Sebastian Hinze

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Palicka – Schmid (2/1), Gensheimer (5/4), Kirkelokke (5), Lagarde (7), Tollbring, Abutovic, Larsen (3), Fäth, Groetzki (1), Guardiola, Petersson (4), Nielsen,

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