26. Dezember 2019

Andrea & Michael: Mit Kastrationen Katzenleid lindern

In einem Urlaubsparadies ist längst nicht alles paradiesisch! Herrenlose Hunde und Katzen leben hier nicht gerade im Garten Eden. Jeder Tag ist für die Vierbeiner ein Kampf ums Überleben. Das wissen Andrea und Michael nur zu gut. Seit 14 Jahren leben sie auf der Kanaren-Insel im Atlantischen Ozean. Und genau so lange kümmern sie sich um streunende Katzen.

Die Tierschützer Andrea & Michael – © Foto: privat

Rund 60 heimatlose Samtpfoten versorgen die beiden engagierten Tierschützer jeden Tag an Futterstellen in einem Radius von rund 20 Kilometern. Viele ihrer freundlichen Kostgänger kennen sie schon lange und haben ihnen inzwischen einen Namen gegeben.

Tatkräftig unterstützt werden Andrea und Michael von Petra, einer Deutschen, die den größten Teil des Jahres auf Fuerteventura wohnt. Gemeinsam mit einem Verein hat sie ein kleines Spendenprojekt gestartet, um mehr Geld für die lebensnotwendigen Kastrationen zusammen zu bekommen.

Eines der Katzen-Sorgenkinder, das von Andrea wieder aufgepäppelt wurde – © Foto: privat

Tiere spielten schon immer eine wichtige Rolle im Leben von Andrea und Michael. Zuhause in Lübeck besaßen sie auch schon zwei Hunde und eine Katze.

In ihrer Wahlheimat Villaverde auf Fuerteventura erkannte das Ehepaar schnell, dass Hilfe hier dringend notwendig war. Andrea: „Es gibt auf der Insel zwar keine großen Temperaturunterschiede wie in Deutschland, die streunenden Katzen zu schaffen machen. Herrenlose Tiere leiden hier aber sehr oft unter Futtermangel und vermehren sich sehr stark.“

Tierärzte operieren zum Freundschaftspreis

Genau hier setzen Andrea und Michael den Hebel an. Mit Ihrer Hilfe wurden bereits mehrere Hundert Katzen kastriert. Die Operation eines Katers kostet 40 €, die einer Katze 70 €. Und das sind schon echte Freundschaftspreise der engagierten Tierärzte, mit denen Andrea und Michael zusammenarbeiten. Aber auch dieses Geld muss erst einmal aufgetrieben werden.

Die beiden Tierschützer fühlten sich in der Vergangenheit oft von den Behörden allein gelassen. Hoffnung macht ihnen jetzt aber ein Regierungswechsel. Andrea: „Es sind inzwischen einige junge Politiker dabei, die ein Herz für Tiere haben und uns ihre Unterstützung für 2020 zugesagt haben. Vielleicht können wir so auch ein Umdenken in der Bevölkerung bewirken.“

Dass dieses dringed notwendig ist, beweist diese traurige Geschichte. Andrea: „Das Schlimmste, was wir hier erlebt haben, war diese unfassbare Tat: Ein Autofahrer, der mit ca. Tempo 60 unterwegs war, öffnete plötzlich das Seitenfenster warf bei voller Fahrt nach und nach fünf Katzenbabies auf die Straße. Leider konnten wir nur eines von ihnen retten.“

Wird von Andrea und Michael regelmässig gefüttert – © Foto: privat

Nach Deutschland vermitteln Andrea und Michael Ihre Schützlingen aber nur in absoluten „Notfellen“. Die engagierte Tierschützerin: „Wir wissen ja auch, dass es in Deutschland sehr viele herrenlosen Katzen gibt, die Not leiden und versorgt werden müssen. Deshalb vermitteln wir nur Tiere, denen wir hier nicht mehr helfen können, weil eine spezielle medizinische Behandlung notwendig ist, die es auf Fuerteventura nicht gibt. Oder weiße Katzen, die aufgrund der hiesigen Sonneneinstrahlung der großen Gefahr ausgesetzt sind, an Ohren- oder Nasenkrebs zu erkranken.“

Andrea, Michael und Petra opfern für ihre barmherzige Tier-Mission auf Fuerteventura sehr viel Zeit, Herzblut und auch Geld. Allein können sie diese Aufgabe finanziell nicht stemmen. Deswegen sind sie für jeden Euro dankbar, der für die gute Sache gespendet wird und den notleidenden Samtpfoten 1:1 zugute kommt.

Wer kann diesen Augen widerstehen? – © Foto: privat

Die Tierschützer aus Deutschland hängen ihr Engagement für notleidende Katzen nicht an die große Gocke. Andrea: „Wir wollen den Tieren einfach nur eine Stimme verleihen und setzen uns für ihre Bedürfnisse ein. Schließlich sind sie völlig unschuldig in ihre spezielle Situation geraten und würden ohne fremde Hilfe nicht überleben. Das Schönste für uns sind immer die Happy-ends. Dann nämlich, wenn wir wieder eine Katze erfolgreich in ein festes Zuhause auf der Insel vermitteln konnten. Dann sieht man, dass sich jeder Cent, jede Minute und jede Träne gelohnt hat. Oder wenn einem eine wilde Katze nach jahrelanger Geduld und Fürsorge vor Dankbarkeit die Hand leckt und gestreichelt werden will – das ist für uns ein toller Lohn.“

Andrea, Michael, Petra und andere Tierschützer machen wirklich einen tollen Job im Urlaubsparadies Fuerteventura. Sie sorgen dafür, dass die Insel für Katzen ohne ein festes Zuhause zumindest ein kleines Stück weit zum Garten Eden wird…

Text: Peter Pionke

 

Wenn Sie helfen wollen – hier der Link:

https://www.betterplace.org/de

 

Die regelmässigen Fütterungen zeigen durchaus Erfolg – © Foto: privat

 

 

 

 

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