23. Dezember 2019

Der kleine Bruno aus Angola kann wieder laufen

Der neunjährige Bruno aus Angola ist im Helios Universitätsklinikum Wuppertal erfolgreich an den Beinen operiert worden und kann wieder laufen. Das erfreuliche Ergebnis der Zusammenarbeit von Helios und dem Friedensdorf International in Oberhausen.

(V.l.) Dr. Michael Heldmann, Prof. Dr. Erol Gercek, Sebastian Hullmann, Sr. Joana und Brun0 – Fotocredit: Helios Universitätsklinikum Wuppertal (Michael Mutzberg)

 

Das Friedensdorf International aus Dinslaken/Oberhausen hilft Kindern aus aller Welt, denen ein Zugang zur medizinischen Versorgung in ihrem Heimatland verwehrt bleibt. Auch der neunjährige Bruno aus der Provinz Lunda Sul im Nordosten von Angola hoffte in Deutschland auf ärztliche Hilfe. Mit Erfolg.

Der Bürgerkrieg in Angola ist zwar seit 2002 beendet. In einigen Landesteilen außerhalb der großen Städte bestehen jedoch noch immer Gefahren durch Landminen. Auch Bruno ist ein Opfer dieser geächteten Waffen.

1994 wurde zwischen dem Friedensdorf und der früheren angolanischen Partnerorganisation AAD auf Vermittlung der deutschen Botschaft in Luanda ein Kooperationsabkommen unterzeichnet, um verletzten und kranken Kindern zu helfen.

Sebastian Hullmann, Leiter des Zentrums für Kindertraumatologie und Prof. Dr. med. Erol Gercek, Chefarzt Unfallchirurgie und Orthopädie, behandeln jährlich ein bis zwei Kinder, die mit schweren Verletzungen nach Deutschland kommen, weil in ihrer Heimat eine medizinische Versorgung nicht gewährleistet ist.

Bruno kam nun mit dem 65. Friedensdorf-Hilfsflug für angolanische Kinder nach Deutschland. Er ist seit Mai 2019 zur medizinischen Behandlung hier.

Das Kind litt unter starken Schmerzen im rechten Unterschenkel und musste mit einer deutlichen Verkürzung des linken Beines leben. Die Ärzte am Helios Universitätsklinikum Wuppertal operierten den Jungen ehrenamtlich.

„In unserem Zentrum für Kindertraumatologie haben wir die optimalen medizinischen Möglichkeiten genutzt, um Bruno gezielt zu helfen“, erklärt Sebastian Hullmann, Leiter des Zentrums. Es wurde auswärts im Markraum des rechten Unterschenkels ein Fremdkörper entfernt.

Im Anschluss folgten noch weitere kleinere, aber notwendige Operationen. Ebenfalls wurde eine antibiotische Behandlung durchgeführt, so der Arzt. „Die enge Zusammenarbeit der Fachabteilungen ist sehr wichtig, um einen positiven Genesungsverlauf zu fördern“ führt Prof. Dr. Erol Gercek weiter aus.

„Wir bieten hier in Barmen Universitätsmedizin – auch für Patienten über die Region hinaus.“ In diesem Fall kam die notwendige Hilfe für ein kleines Kind aus Angola. „Wir konnten eine orthopädische Schuhversorgung organisieren, die ihm den Alltag mit seiner Beinverkürzung deutlich erleichtern wird“, erklärt Hullmann.

„Nun müssen wir noch die Fäden der Operationsnarben ziehen, dann kann Bruno die Rückreise ins Friedensdorf antreten. Genau rechtzeitig zu Weihnachten“, fasst der Mediziner zusammen.

 

 

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