18. Dezember 2019

Kolloquium zum Thema „Grenzsicherung“

Die AG „Flucht, Migration, Rassismus“ und das Fach Erziehungswissenschaft an der Bergischen Universität hatten gemeinsam zum öffentlichen Kolloquium „‚Problembewältigung Moria - Zeugenschaft und Verantwortung im Kontext von Grenzsicherung“ eingeladen.

 

Grafik: Benedikt Bergenthal

Rund 50 Teilnehmer*innen kamen zu der öffentlichen Veranstaltung auf dem Campus Grifflenberg, in deren Fokus ein Dokumentarfilm stand, der die Situation in dem Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos thematisiert.

„Forgotten faces behind Moria’s fence“ – so lautet der Titel des Dokumentarfilms des in Wuppertal lebenden, afghanischen Regisseurs Ahmad Ali Ahmadi.

„In dem Film kommen Menschen zu Wort, die in dem Camp Moria und seinen durch Überfüllung hervorgebrachten Ausläufern leben. Der Film gibt den Menschen, die sonst in der Berichterstattung häufig auf große Gruppen reduziert werden, eine Stimme und ein Gesicht. Deutlich werden die entmenschlichenden Zustände, in denen Grundbedürfnisse ebenso verwehrt werden, wie die Hoffnung auf eine Zukunft“, resümieren die Organisator*innen.

Nach dem Film wurde in einer Podiumsdiskussion die Frage nach „Zeugenschaft und Verantwortung im Kontext von (europäischer) Grenzsicherung“ gestellt. Neben Regisseur Ahmadi diskutierten Karim Fereidooni, Juniorprofessor für Didaktik der sozialwissenschaftlichen Bildung an der Ruhr-Universität Bochum, Jürgen Lemmer, Ressort Zuwanderung und Integration der Stadt Wuppertal, und der zivile Seenotretter Meik Schöpping.

Rita Casale und Astrid Messerschmidt, Professorinnen der Erziehungswissenschaft an der Bergischen Uni, moderierten die Diskussion.

„Im Raum stand die Frage, inwieweit die unmenschlichen Verhältnisse und der Tod im Mittelmeer politisch gewollt sind. Diese Politik der Abschreckung werde durch eine Politik des Wartens in den Ankunftsländern verlängert. Personell unterbesetzte Institutionen verlängern oder verhindern gar Prozesse des Ankommens“, waren sich dieDiskussionsteilnehmer einig.

Prof. Casale ergänzte: „Es kann nicht von der individuellen Moral abhängen, ob jemandem das Recht auf Hilfe gewährt wird.“ Aus dem Publikum berichteten einige der Gäste zudem von ihrer eigenen Flucht. So auch Wael Kayyali, ein Teilnehmer des InTouch-Programms für geflüchtete Gasthörer an der Bergischen Universität Wuppertal, der von der langen Wartezeit für die Teilnahme an einem Deutschkurs erzählte.

„Die Zustände in den Lagern am Rande Europas fordern zum Hinschauen und zur Verantwortungsübernahme auf“, betonten die Organisator*innen abschließend.

https://www.erziehungswissenschaft.uni-wuppertal.de/de/startseite.html

 

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