11. Dezember 2019

2,1 Millionen Euro für 6G-Kommunikation & more

Neues aus der Uni: 2,1 Millionen Euro für 6G-Kommunikation - Prof. Ullrich Pfeiffer zum IEEE Fellow ernannt - Neues Forschungsprojekt untersucht Mobilstationen als intermodale Schnittstellen im Umweltverbund in der Stadtregion Köln

 

Grafik: Benedikt Bergenthal

 

2,1 Millionen Euro für 6G-Kommunikation

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) entsteht an der Bergischen Universität Wuppertal ein deutschlandweit einmaliges Messlabor für drahtlose Kommunikations-Systeme mit ultrahohen Datenraten. Aufgebaut und koordiniert wird das Labor von Prof. Dr. Ullrich Pfeiffer am Lehrstuhl für Hochfrequenzsysteme in der Kommunikationstechnik.

Das Vorhaben ist Teil einer Großgeräteinitiative, an der neben der Bergischen Uni die Technische Universität Dresden, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und die Universität Stuttgart beteiligt sind. Die DFG stellt dafür 7,8 Millionen Euro zur Verfügung, davon gehen 2,1 Millionen Euro nach Wuppertal.

„Die von der DFG geförderten neuen Messsysteme bieten vielfältige Möglichkeiten und sind eine großartige Grundlage für weitere innovative Entwicklungen in dem von Prof. Pfeiffer und seiner Arbeitsgruppe exzellent vertretenen Forschungsfeld der Hochfrequenz- Technologien“, sagt Prof. Dr. Michael Scheffel, Prorektor für Forschung, Drittmittel und Graduiertenförderung.

In Kooperation mit namhaften Geräteherstellern entwickelt Pfeiffers Team neue Messgeräte für zukünftige „6G-Mobilfunknetze“. Diese Geräte werden auf dem Campus Freudenberg in einem eigens dafür umgebauten Labor installiert und am Ende einer dreijährigen Aufbauphase auch außeruniversitären Nutzer*innen für den Test schnell agierender 6G-Netzwerke zur Verfügung stehen.

„Während der 5G-Rollout auf Hochtouren läuft und weltweit bereits Systeme für den neuen 5G-Mobilfunkstandard installiert werden, denkt die Bergische Universität bereits weiter“, sagt Prof. Pfeiffer. „Wir forschen an Hochfrequenz-Technologien für übermorgen. Dazu zählen Terahertz Kommunikations- Systeme, neue Hochfrequenz-Bauelemente und -Schaltungen, Terahertz Kameras und modernste Sensorsysteme.“

Neue Mobilfunknetze der sechsten Generation erfordern die Erschließung neuer Terahertz (THz) Frequenzbänder im elektromagnetischen Spektrum. So wurde es auf dem weltweit ersten 6G-Gipfel im finnisch-lappländischen Levi im März 2019 angekündigt.

„Erste Prognosen sehen die Einrichtung von 6G-Netzen für das Jahr 2030 vor, was erhebliche Investitionen in Wissenschaft, Technologie und Innovation in den nächsten fünf Jahren erfordert“, so Pfeiffer. Zukünftige MIMO (Multiple Input Multiple Output) Netze könnten damit Datenraten von bis zu einem Tbit/s erreichen.

Großgeräteinitiativen sind neben den Programmen „Gerätezentren“ und „Neue Geräte für die Forschung“ Teil des Förderangebots der DFG im Bereich wissenschaftliche Infrastrukturen. Thematisch fokussierte Großgeräteinitiativen werden regelmäßig auf Vorschläge aus der Wissenschaft hin ausgeschrieben und zielen auf die Förderung aufwendiger Großgeräte und -anlagen mit herausragender oder neuartiger Technologie für den Einsatz in der Forschung.

Die dadurch bedingte frühzeitige Bereitstellung einer Technologie soll sich positiv und spürbar auf die jeweils angesprochenen Forschungsfelder auswirken. www.ihct.uni-wuppertal.de

 

Prof. Ullrich Pfeiffer zum IEEE Fellow ernannt

Prof. Dr. ULLRICH PFEIFFER, Fachgebiet Hochfrequenzsysteme in der Kommunikationstechnik, von der Bergischen Universität Wuppertal wurde zum IEEE Fellow ernannt. Die Ehrenmitgliedschaft wurde ihm vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), einem weltweiten Berufsverband von Ingenieuren, für die Entwicklung von siliziumbasierten Millimeterwellen- und Terahertz-Schaltungen und -Systemen verliehen.

Der IEEE Grade of Fellow wird an eine Person vergeben, die über eine herausragende Leistungsbilanz in einem der IEEE-Interessengebiete verfügt. IEEE Fellow ist die höchste Stufe der Mitgliedschaft.

Prof. Pfeiffer war eine*r der ersten wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen am IBM T.J. Watson Forschungszentrum (USA), der 2004 mit IBM Silizium-Germanium Transistoren Schaltungen für die mobile Kommunikation im Millimeterwellenbereich (60GHz) entwickelte. Seine frühen Arbeiten über integrierte Millimeterwellenschaltungen sind Basis für zahlreiche kommerzielle Produkte im 60GHz ISM-Band. Seit 2008 forscht er als Professor an der Bergischen Universität.

Die IEEE ist der nach eigenen Angaben weltweit führende Fachverband für die Weiterentwicklung der Technologie für die Menschheit. Mit über 400.000 Mitgliedern in 160 Ländern ist der Verband eine führende Instanz auf den verschiedensten Gebieten, die von Luft- und Raumfahrtsystemen, Computern und Telekommunikation über Biomedizintechnik bis hin zu Elektrizität und Unterhaltungselektronik reichen.

Das IEEE veröffentlicht 30 Prozent der weltweiten Literatur in den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik und Informatik und hat mehr als 1300 aktive Industriestandards entwickelt. Darüber hinaus fördert oder sponsert der Verband jährlich fast 1700 internationale Fachkonferenzen. www.ihct.uni-wuppertal.de www.ieee.or

 

Neues Forschungsprojekt untersucht Mobilstationen 

Mobilstationen (MoSt) koordiniert auszurollen, um den sogenannten „Umweltverbund“ aus öffentlichem Verkehr, Fahrradverkehr und Fußverkehr zu stärken – das ist das Ziel des Forschungsprojekts „MoSt RegioKöln“.

In einem transdisziplinären Team aus Wissenschaft und Praxis arbeiten die Lehr- und Forschungsgebiete „Öffentliche Verkehrssysteme und Mobilitätsmanagement“ sowie „Güterverkehrsplanung und Transportlogistik“ der Bergischen Universität Wuppertal in einem Forschungsverbund, den das Wuppertal Institut koordiniert.

Weitere Partner sind das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung und der Nahverkehr Rheinland. Das Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die Laufzeit von drei Jahren gefördert.

„Am Fall der Stadtregion Köln wird untersucht, wie Mobilstationen als Schnittstellen im Umweltverbund erfolgreich in einer Region vervielfältigt werden können, um die Intermodalität im Regionalverkehr zu stärken.

Aus den Erfahrungen sollen Empfehlungen abgeleitet werden, die auf andere vergleichbare Stadtregionen in NRW und Deutschlandübertragbar sind“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Ulrike Reutter vom Lehr- und Forschungsgebiet Öffentliche Verkehrssysteme und Mobilitätsmanagement das Vorgehen.

Die wesentlichen inhaltlichen Forschungsfelder der Wuppertaler Wissenschaftler*innen sind eine Floating Car Daten–Analyse, eine Nutzer*innenakzeptanzanalyse und eine interaktive Standortsimulation der Ausstattungselemente in Virtual Reality-Umgebung.

 

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