20. Dezember 2015

Weihnachten in Flüchtlingsunterkünften

Foto: Monika Asmus

Viele Flüchtlinge erleben zum ersten Mal die deutsche Weihnachtszeit. Doch wie werden die Weihnachtstage in den Flüchtlingsunterkünften verbracht? Die Stadtzeitung hat nachgefragt.

Weihnachten ist jedes Jahr eine besondere Zeit. Die Menschen rücken näher zusammen und besinnen sich darauf, was wirklich wichtig ist im Leben. Doch während wir an Heiligabend gemütlich unter dem Tannenbaum sitzen, sind viele andere Menschen auf der Flucht und wurden von ihren Familien getrennt. Sie verbringen Weihnachten ohne Tannenbaum und ohne ein gemütliches Weihnachtsessen, sondern mit vielen fremden Menschen in Flüchtlingsunterkünften mit nur wenig Privatsphäre. Auch wenn viele dieser Menschen in den Wuppertaler Flüchtlingsunterkünften muslimischen Glaubens sind und somit die christlichen Traditionen nicht teilen, erleben sie in diesem Jahr doch ihr erstes deutsches Weihnachtsfest.

Doch wird in den Unterkünften in Wuppertal überhaupt Weihnachten gefeiert?
Astrid Frohn kümmert sich um die Flüchtlinge in der Jugendherberge an der Oberen Lichtenplatzer Straße in Barmen. „Wir haben hier viel Durchlauf, einige Flüchtlinge bleiben nur acht Tage“, erklärt sie. Das macht es schwer, ein Fest vorab zu planen. Für die Weihnachtsfeiertage haben sich die muslimischen Mitarbeiter freiwillig gemeldet. „Doch wie und ob wir mit den Flüchtlingen zusammen feiern, das entscheiden wir relativ spontan“, sagt Astrid Frohn. Gemeinsam gebastelt wurde allerdings schon – Weihnachtssterne. „Und eine weitere Gruppe zum Basteln hat sich auch angemeldet.“

In der Flüchtlingsunterkunft in der Elberfelder Nordstadt sind die Planungen zum bevorstehenden Weihnachtsfest ähnlich ungewiss. „Momentan wohnen in der Hufschmiedstraße nur 14 Menschen, doch vielleicht beziehen noch vor Weihnachten weitere Flüchtlinge die Unterkunft, wir müssen flexibel sein“, heißt es von Seiten der Flüchtlingshilfe Nordstadt. Auch hier werden Weihnachtsfeierlichkeiten nur spontan organisiert.

Doch auch wenn in den Unterkünften noch keine vorweihnachtliche Stimmung herrscht, besuchen viele Flüchtlinge zum ersten Mal einen Weihnachtsmarkt und erleben, was in Deutschland Vorweihnachtszeit bedeutet. „Ich habe letztens acht jungen Flüchtlingen aus Afghanistan ihren ersten Schoko-Adventskalender geschenkt, die Freude war riesengroß“, berichtet eine Flüchtlingshelferin aus Cronenberg.

Text: Hannah Florian

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