15. Dezember 2015

Beerpong

Vom Trinkspiel zur Sportart

Foto: Johannes Rothenhagen

Eine Halle, 32 Teams, zehn Kisten Bier, jede Menge Becher – das ist „Beerpong“.

„Ein Tischtennis-Ball trifft den Becher – 30 Menschen im Raum rasten aus.“ So beschreiben die „Becher-Helden“ die Sportart, deren Verbreitung sie sich auf die Fahne geschrieben haben. Zwei Zweier-Teams stehen sich an einem Tisch gegenüber. Auf jeder Seite des Tisches sind zehn Becher aufgestellt. Diese gilt es mit dem Tischtennisball zu treffen. Ein Treffer der Gegner, bedeutet für das eigene Team: Trinken. Wer als erster keinen vollen Becher mehr hat, verliert.

Bis dahin sind die Becher mit Bier gefüllt. Vereinfacht lassen sich so die Spielregeln des Beerpong erklären. Wie das Trinkspiel ins Bergische kam und sich als halbwegs seriöse Sportart etablierte, ist eine andere Geschichte. Diese beginnt in den USA – Land der unbegrenzten Möglichkeiten, Erfinderland des Beerpong. Das traditionsreiche Trinkspiel bot hier schnell eine sportliche Wettbewerbsgrundlage, besonders an Colleges. In Illinois traten im Jahr 2007 drei Solinger bei ihrem ersten Beerpong-Turnier an. „Wir waren sofort angefixt“, erzählt André Pietzke bei einem Kaffee.

Er, Tim Krause und Niklas Koch brachten das Spiel mit nach Solingen, veranstalteten private Turniere: „Jedes Jahr ein Turnier mit 10-16 Teams. Irgendwann hatten Nik und ich die Idee, das Ganze öffentlich zu machen.“ 2014 nannten sie sich „Becherhelden“ und begannen damit, professionelle Veranstaltungen zu organisieren. Im Land des Bieres scheint diese Idee alles andere als abwegig und stieß schnell auf Begeisterung: „Unser letztes Turnier in Wuppertal war innerhalb von drei Tagen ausgebucht“, so André. Dieses fand im U-Club statt. 32 Teams standen sich hier einen Abend lang gegenüber, um den begehrten Becherhelden-Pokal mit nach Hause zu nehmen. Bei einem Turnier im Barmer Bahnhof waren es sogar 100 Sportler, die um den Sieg kämpften. Das Interesse am Spiel ist generationsübergreifend groß.

„Beim letzten Becherhelden Turnier Im U-Club hatten wir 30 bis 40 Familienväter dabei.“ Die Becherhelden bieten deswegen demnächst sogar Beerpong als Firmenevent an. Die Entwicklung weg vom Trinkspiel kam mit der Entscheidung, dass nicht jeder Teilnehmer zwingend Bier trinken muss. Wer die Gefahr mindern will, beim Spielen aus den Latschen zu kippen, kann seine Becher also auch mit Wasser füllen. Auch zu alkohol-bedingten Ausschreitungen ist es noch nicht gekommen.

Mark Scharpenack, Mitorganisator und Gründer des Vereins „Beerpong Wuppertal“ erzählt: „Die Teilnehmer gehen das Ganze stets erstaunlich sportlich an.“ Die Beerpong-Gruppe um Mark entwickelte sich in Wuppertal parallel zur Gruppierung in Solingen. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass beide Organisationen aufeinandertrafen. „Beim ersten öffentlichen Turnier in Solingen kamen auch die Wuppertaler Beerpong-Spieler und sind seither mit dabei“, erinnert sich André. Wer die Trendsportart selbst mal ausprobieren möchte, findet alle Termine und Anmeldungs-möglichkeiten unter www.Becherhelden.de. Alle News und Fotos gibt es auch immer auf ihrer Facebook-Seite.

Text: Saskia Stiefeling

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