14. Dezember 2015

Kolumne Weihnachten Yvonne Peterwerth

Mein ganz persönliches perfektes Weihnachtsfest

Foto: Paul Coon

Ihre Stimme kennt jeder Wuppertaler. Für die STADTZEITUNG hat Moderatorin Yvonne Peterwerth jetzt die folgende humorvolle und authentische Kolumne geschrieben.

Puh… Allein der Gedanke daran, verursacht bei mir schon Schnappatmung. Ich weiß, diese stylischen Mutti-Bloggerinnen kriegen das hin. Ich sehe sie vor mir, wie sie die perfekt gebräunte, knusprige Weihnachtsgans entspannt aus dem Ofen holen. Die Kinder, die in selbstgenähter blauer Stoffhose und rosa Kleidchen am selbstverständlich mit selbstgemachter Deko aufgehübschtem Tisch artig warten, während der treusorgende Ehemann mit einem wohlklingenden ‚Plopp‘ die Rotwein-Flasche öffnet und im Hintergrund die Wiener Sängerknaben ihre schönsten Weihnachtslieder singen.

Aufwachen! Soll ich Ihnen sagen, wie es bei uns ist? 11 Uhr 30 – Schweißausbruch Nummer 01: Mist, ich habe ja gar kein Geschenk für die Ur-Oma. Am Heiligabend-Morgen eine Shoppingtour quer durch Elberfeld, zwischen ähnlich unentspannten Menschen wie mir, kommt nicht in Frage. Da werde ich allein schon beim Gedanken an die Autoschlange auf P1 im City-Arkaden-Parkhaus nervös. Also muss unser Silber-Bilderrahmen aus der Vitrine dran glauben. Hochzeitsfoto raus – Foto von den Ur-Enkeln aus diesem Sommer rein – fertig. Kommt mir irgendwie bekannt vor, das Geschenk. Aus dem letzten Jahr. Egal. Ur-Enkelkinder-Fotos gehen immer.

14 Uhr 15 – Schweißausbruch Nummer 02. Der alljährliche Vorsatz: „Alle Geschenke sind bis zum 23.12. abends eingepackt“ bleibt auch in diesem Jahr nur ein Vorsatz. Wo ist das Sch…. Geschenkpapier??? Egal – nehmen wir halt das mit den Osterhasen drauf. Wird eh sofort zerrissen. 15.00 Uhr – Schweißausbruch Nummer 03: In einer halben Stunde beginnt die Kinderchristmesse. Mein Mann sitzt noch in Boxershorts vorm Computer und „checkt die letzten Mails – versprochen, Schatz“.

Mein Kleiner hat `ne volle Windel und der Große gerade einen Wutanfall, weil das Legohaus zusammengebrochen ist. Und ich bin auch kurz davor. Aber irgendwie und irgendwann sitzen wir dann alle in der Kirche. Der Chor singt „Stille Nacht, heilige Nacht“ – die Lichter gehen aus. Meine Jungs schauen mit großen Augen auf die leuchtende Krippe und dann – endlich – wird es auch in mir still. Und ich freue mich auf Fleisch-Fondue, schokoweihnachtsmannverschmierte Kindermünder, zerrissene Geschenkpapierreste und auf ganz viel Familie. Perfekt? Nö, aber schön!

Ihre Yvonne Peterwerth

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