23. November 2015

BobWerke Stadtentwicklung

Bob-Werke als Ort der Begegnung

Foto: Monika Asmus

Die stillgelegte Textil-Fabrik soll wiederbelebt werden: Wo einst Textilien produziert wurden, soll ein Ort der Begegnung für Jung und Alt entstehen.

Fünf Kreative aus Wuppertal arbeiten mit Feuereifer daran, die alte Fabrik mit neuem Leben zu füllen. Das im Jahre 1867 gegründete Bünger-Bob-Textilwerk stand rund 130 Jahre für hochwertige Textilprodukte. 2012 stellte es seine Produktion ein. Seither steht das Gebäude, das sich genau zwischen den Stadtteilen Oberbarmen und Wichlinghausen befindet, leer. Wer den momentan noch etwas heruntergekommenen Gebäudekomplex durchstreift, merkt schnell, wie riesig die ehemalige Textilfabrik ist.

Während im oberen Bereich Büroräume zum gemeinsamen Arbeiten einladen, bergen die großen Fabrikhallen ausgezeichnete Voraussetzungen für Veranstaltungen oder Vermietungen. Das Potential der Bob-Werke wollen Gian und Dilan Issel, Mitja Sauerland, Niklas Dürhager und Jan Breskott nutzen und damit die in den letzten Jahren vernachlässigten Stadtteile Wichlinghausen und Oberbarmen aufwerten. Die Gruppe ist inhaltlich gut aufgestellt. Gian Issel, beispielsweise, ist Fotograf und will ein Fotostudio in den Räumen einrichten. Dürhager ist Erlebnispädagoge. Mehrere Vereine haben Interesse angemeldet. „Dazu zählt beispielsweise die Skate Union, der Bergische Geschichtsverein oder der Modellbauverein ‚Wupperachse‘. In einer unserer Hallen entsteht gerade ein Modell von Wuppertal aus dem Jahre 1929“, erzählt Gian Issel.

Die Finanzierung des Vorhabens soll durch Mieten erfolgen. „Wir kamen auf die Bob-Werke, da wir eine Heimat für unsere Firmen gesucht haben. Wir selbst sind ganz normale Mieter hier. Die Finanzierung des Projekts soll im Anschluss durch die Mieten der Co-Worker, der Firmen und der Vereine realisiert werden“, sagt Dilan Issel. „Durch die Anbindung an die Nordbahntrasse bietet dieser Ort gute Bedingungen. Wir haben großes Interesse an Kooperationen mit anderen Kulturstätten an der Trasse“, erzählt Breskott.

Die Jungunternehmer sind dankbar für jede Unterstützung. „Wir freuen uns über Sachspenden wie Baumaterial und Büroeinrichtung. Geräte wie einen Bagger können wir immer mal wieder gebrauchen“, ergänzt Dürhager. Alle im Team sind der Meinung, dass die Stadtteile von dem Projekt profitieren werden. „Hier leben sehr viele Jugendliche, die vor Ort nicht viel unternehmen können. Wir wollen eine Plattform schaffen, die jeder nutzen kann, also Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Eltern besuchen zum Beispiel eine Kunstausstellung, während die Tochter malt“, führt Gian Issel aus.

Das ambitionierte Ziel: Einen Ort zu schaffen, an dem Events, Sport und Kultur ihren Raum bekommen und an dem sich Unternehmen vernetzen und gegenseitig unterstützen. Mitja Sauerland: „Wir wollen Synergie-Effekte schaffen. Früher war Wichlinghausen ja einmal ein Künstlerviertel. Wir hoffen, einen positiven Wandel bewirken und an diese Zeiten wieder anknüpfen zu können.“

Text: Mirja Dahlmann

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